Huntress - Starbound Beast - Cover
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Huntress Starbound Beast


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Todesfee nähert sich langsam, aber sicher dem Reich der Normalsterblichen an.

Mit einer Stimme, so sanft wie Salpetersäure und einem Selbstbewusstsein, so groß wie der Kilimandscharo, hat Jill Janus um ihre Truppe Huntress einen kleinen Hype entfacht, selbst wenn die wirklichen Stars ihre Arbeit abseits des Heavy Metal-Rampenlichts verrichtet hatten. Doch Blake Meahl (Gitarre), Anthony Crocamo (Gitarre), Ian Alden (Bass) und Carl Wierzbicky (Schlagzeug) geben sich nicht geschlagen und lassen auf dem Nachfolger zum ausbaufähigen wie gewöhnungsbedürftigen Debüt „Spell Eater“ (04/2012) einige Doppelaxtduelle und Gitarrensolos vom Stapel, dass der ehrfürchtige Metal-Fan, ohne nachzudenken, die Pommesgabel in den Himmel reckt.

Egal, ob diese tiefe Verbeugung vor der Hoch-Zeit der New Wave Of British Heavy Metal groovende Seiten offenbart („Destroy your life“), mit sattem Doom-Einschlag die Boxen vibrieren lässt („Starbound beast“), ein fetziges Tempo vorlegt („Zenith“), hymnische Wege beschreitet („Spectra spectral“) oder als rotziger Heavy Thrash für gute Laune sorgt („I want to fuck you to death“), „Starbound Beast“ versteht sich nicht einfach als simpler Nachschlag zum berühmt-berüchtigten Erstling, sondern erweist sich als sinnvolle und packende Weiterentwicklung. Ein eigenes musikalisches Profil bieten Huntress damit zwar noch nicht, da die wirklich schillernden Ideen noch Mangelware sind, in Nuancen ist der Wille zur Eigenständigkeit aber deutlich zu spüren, und nein, damit meinen wir nicht den willkommenen, stimmlichen Wandel von Fräulein Janus, die dieses Mal ihren Rachenkatarrh zuhause gelassen hat.

Viel mehr ist es die Fusion von Jills spärlich, aber effektiv eingesetzten, markerschütternden Growls und ihrem mittlerweile als angenehm anzusehenden Klargesang in „Blood sisters“, die dem prinzipiell recht gewöhnlichen Song auf die Sprünge hilft und zu einem der Höhepunkte auf „Starbound Beast“ mutieren lässt. Nichtsdestotrotz krankt der Fünfer vor allem in der zweiten Hälfte an notorischer Ideenarmut und auch Drummer Wierzbicky scheint wohl aufgrund seines stoischen Spiels nach und nach die Lust an den Kompositionen der Jägerin verloren haben. Sollten Huntress diese Baustellen jedoch bis zum nächsten Album auf vernünftige Art und Weise geschlossen haben, so könnten Retrofans alsbald Jill und ihre Mannen als ihre Göttin preisen. Man darf gespannt sein!

Anspieltipps:

  • Zenith
  • Blood Sisters
  • Spectra Spectral
  • Destroy Your Life

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