Agathodaimon - In Darkness - Cover
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Agathodaimon In Darkness


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Stimmungsvolle, aber zu eindimensional gehaltene Düsternis aus Mainz.

Sorgsam entworfene Kompositionen und dichte Atmosphäre waren schon immer die Markenzeichen der Dark Metal Truppe von Agathodaimon. Wo Ash (Gesang), Sathonys (Gitarre), Thilo Feucht (Gitarre), Till Ottinger (Bass) und Manuel Steitz (Schlagzeug) mit ihrem letzten Werk „Phoenix“ (03/2009) jedoch den Fokus verloren hatten und dem Hörer über eine Stunde lang eine Ansammlung von Songfragmenten vorsetzten, ist der sechste Output wieder deutlich kompakter. Einziges Problem diesmal: „In Darkness“ ruht sich etwas zu sehr auf den stimmungsvollen Nebelschwaden aus und mäandert über weite Strecken in seichten Doom-Sphären umher.

Dabei ist die knallige Eröffnung mit „In Darkness (We shall be reborn)“ noch fulminant geglückt und ruhige Gitarrenklänge ufern in einen Black Metal-Brocken, der hymnisch seine Schwingen ausbreitet und das Wohnzimmer in verschiedenste Schwarztöne hüllt. Anschließend beginnt der Abstieg in tiefe Lavaregionen, wo man das Gefühl bekommt, mit „I´ve risen“ Behemoths „Ov fire and the void“ mit deutlich verringerter Herzschlagfrequenz beizuwohnen oder bei „Favourite sin“ einen majestätisch-stapfenden Cradle Of Filth-Track zu hören, der nicht mit hohen Schreien, sondern vorrangig mit wärmendem Klargesang garniert wurde. Mit dem unschlüssig zwischen Pop und Dark Metal pendelnden „Oceans of black“ sorgen Agathodaimon ebenfalls nicht für Jubelrufe, denn obwohl in den letzten 1 ½ Minuten eine rasante Black Metal-Walze die Oberhand gewinnt, ist der Weg dorthin mehr als verwirrend konstruiert und im höchsten Maße skipverdächtig.

Im Vergleich zu seiner wesentlich eindrucksvolleren, da enorm eindringlichen Akustikvariante, hat die normale Studioversion von „Adio“ außerdem zu wenig sinnvolle Abwechslung zu bieten. Ein Umstand, der „Somewhere somewhen“ trotz balladesker Schunkelnote ebenso beschieden ist. Hellhörig wird man erst mit dem Beginn von „Dusk of an infinite shade “, wo die Mainzer nicht nur auf Rumänisch ihren Text zum Besten geben, sondern wieder stärker auf die Tube drücken, was auch dem Höhepunkt auf „In Darkness“, dem atmosphärischen, wie dynamischen Prachtexemplar „Höllenfahrt der Selbsterkenntnis“ zugutekommt. Hardcore-Fans werden den zähen Morast des 6. Studioalbums womöglich als den heiligen Gral ansehen, nüchtern betrachtet fehlt es zu einer packenden Reise in die Dunkelheit an Ideen und kreativem Songwriting. Ein paar blitzartig hereinbrechende Geschwindigkeitsanstiege mögen ja kurzzeitig den Puls in die Höhe treiben, für über eine Dreiviertelstunde ist das aber bedeutend zu wenig.

Anspieltipps:

  • Höllenfahrt der Selbsterkenntnis
  • In Darkness

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