Big Black Delta - Big Black Delta - Cover
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Big Black Delta Big Black Delta


  • Label: Motor/EDEL
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Big Black Delta möchte das Electro-Pop/Rock-Genre aufmischen.

Die Electro-Welle rollt immer weiter. Diesmal bringt Jonathan Bates alias Big Black Delta seinen ursprünglich schon im Jahr 2011 unter dem Namen „BBDLP1“ veröffentlichten Debüt-Longplayer in einer erweiterten Version ohne „Roost“, aber dafür mit sechs neuen Songs auf den Markt. Gespickt mit künstlichen Tönen und meist verzerrter Stimme, rauscht der Musiker durch alle möglichen Genres: Electro-Pop, Electro-Rock, Ambient oder Dark Electro sind zu nennen, denn Bates schreckt weder vor Chill-Out-Musik („Love this summer“), noch vor mit Bombast-Chorus kombinierten Schreiattacken („IFUCKINGLOVEYOU“) zurück. Eine musikalische Einordnung erscheint deshalb alles andere als leicht, hat der Amerikaner in der Vergangenheit doch schon mit so unterschiedlichen Bands wie Nine Inch Nails und M83 zusammengearbeitet. Doch wenigstens ist so eine ungefähre Richtungseinordnung möglich.

Seltsame Instrumental-Experimente wie in „x22“ oder „PB3“ wechseln mit Electro-Pop ab, wobei Songs wie „Side of the road“, „Money rain down“ oder „Betamax“ mit bekannten und gleichzeitig innovativen Elementen spielen, ohne ihre Eingängigkeit zu verlieren. „Dreary moon“ ist eine Kollaboration mit dem oben genannten M83, die allerdings von allzu vielen Streichinstrumenten an die Wand gedrückt wird. Fakt ist, dass Big Black Delta meistens alles aus seinem Keyboard herausquetscht, was möglich ist, und den Hörer nicht selten mit ultrafetten Keyboardwänden regelrecht erschlägt.

Sehr viele künstliche Instrumente vereinen sich zu einem Electro-Rundumschlag der ganz eigenen Art. Warum die Stimme dabei fast immer stark verzerrt werden muss, bleibt aber wohl das Geheimnis von Herrn Bates. Doch der Mut, ausgetretene Wege zu meiden, gefällt, und es ist fraglos gut, dass nicht jedes Electro-Projekt gleich klingt. Wer sich also auf eine leicht anstrengende Reise durch die diversen Untiefen von Jonathan Bates‘ Keyboard-Kosmos einlassen möchte, bekommt von fetten, aufregenden Songs bis hin zu sanften, entspannten Tönen einiges zu hören, das Entwicklungspotenzial besitzt, aber noch etwas den roten Faden vermissen lässt.

Anspieltipps:

  • Love This Summer
  • Side Of The Road
  • Betamax
  • Money Rain Down

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