Chasing Kurt - From The Inside - Cover
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Chasing Kurt From The Inside


  • Label: Suol/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Stilsicherer Deephouse aus Gießen.

House. Das Genre, in dem Intros und Outros noch über drei Minuten andauern und die „echten“ Titel sich über ausgedehnte sechs bis sieben Minuten hinziehen. Das Gießener Trio Chasing Kurt, bestehend aus Pascal Blanché, Woijtek Kutschke und Lukas Poloczek, hat mit seinem Debütalbum „From The Inside“ strukturell ganz klassischen House entworfen. Sie selbst schimpfen ihren Stil Deephouse und wenn sie damit ausdrücken möchten, dass sie die Lounges dieser Welt bereichern wollen, dann soll diese Genrebetitelung recht sein.

Getragen von einer Hauptmelodie, erkunden die stets relaxten Tracks Möglichkeiten und Variationen, die sich im gefühlten Zweiminutentakt offenbaren. Ein neuer Beat oder eine neue Hookline bereichert oder verändert die bisherige Richtung des Tracks und nimmt seinerseits stets genug Raum ein, um nicht hektisch oder gezwungen zu wirken. Diese Herangehensweise funktioniert besonders zum Auftakt des Albums in „Lose Myself“ grandios. Die sehr weiche Männerstimme Lukas´, die den einzigen Gesang auf dem Album repräsentiert, ist allerdings phasenweise zu zurückhaltend eingesetzt, was „Heavenly“ scheinbar die Entwicklung des gelungenen „Lose Myself“ entsagt.

Auch wenn die Schlagzahl etwas erhöht wird, geben sich die Hessen sicher. „From the Inside“ und „It Shines On“ sind gelungene Abwechslungen zum sonst sehr weich gehaltenen Album. Chasing Kurt können nicht nur entspannt, sondern auch treibend. Allein die Kollaboration „Money“ klingt etwas zu sehr auf diverse Einflüsse der 90er getrimmt und will sich nicht ganz reibungslos einfügen. Wo der Rest des Albums eine eigene Vision von House vermittelt, klingt „Money“ wie das berechnete Puzzleteil, welches Erfolg garantieren soll, falls der Rest nicht zündet.

Abgesehen von diesem eher strukturellen Makel und dem Intermezzo zum Vergessen „Take Me Home“, offenbart sich in dieser knappen Stunde jedoch ein House-Album von internationaler Klasse. Die Mischung aus Lounge-Musik und treibender, aber (gewollt) nie mitreißender, tanzbarer Musik ist gut abgestimmt und glänzt insbesondere durch die Entwicklung innerhalb der Tracks. Ohne Opener und Schlusstrack, sowie dem unnötigen „Take Me Home“, stattdessen mit einer vollwertigen Nummer mehr, gäbe es wohl so gut wie gar nichts mehr auszusetzen. Und so dürfen wir schon jetzt gespannt sein, was uns die Jungs nach diesem gelungenen Erstlingswerk noch zu bieten haben.

Anspieltipps:

  • Lose Myself
  • From The Inside
  • In Control

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