Lightning Dust - Fantasy - Cover
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Lightning Dust Fantasy


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Duo macht erneut keinen Halt vor seiner sprunghaften musikalischen Ausrichtung und gönnt der Hörerschaft eine perlende Erfrischung in Sachen Electro-Pop.

Beide spielen auch bei der psychedelisch-progressiven Rock-Formation Black Mountain, doch Amber Webber wie auch Josh Wells sind mit ihrem Projekt Lightning Dust weitaus weniger an Rock-Retrospektiven interessiert. Vielmehr sind sie erstaunlich wandlungsfähig und minimalistisch. So streifte das selbstbetitelte Debüt folkige Ausprägungen, wagte „Infinite Light“ die Kreuzung zwischen Suicide sowie Fleetwood Mac und ist nun das Drittwerk „Fantasy“ eine interessante Mischung elektronischer Spielarten.

Es ist schon bemerkenswert, obwohl im Kontext von Lightning Dust kaum anders zu erwarten, wie gut es funktioniert, R&B-verzierten Electro-Pop mit erquickenden Texturen und dunklen Auswüchsen Richtung Kühlkammer zu verbinden. So ist der gemächlich groovende Wohlfühl-Pop des Openers „Diamond“ eine sehnsüchtige Verbeugung vor der Musik aus den Achtzigern und auch „Reckless And Wild“ macht keinen Halt davor, unter anderem Kate Bush und Yazoo seine Ehre zu erweisen. Herrlich angestaubt zieht die Drummachine ihre Kreise, wird sie lieblich vom großartigen Gesang Amber Webbers und schwelgenden Synthesizer-Melodien in herzensgute, wolkig-wattige Flausch-Regionen überführt. Reduziert, referenzlastig und doch stimmig, schnell verinnerlicht.

An kernigen Melodien wird nicht gespart, so dass nach dem ruhigen „Moon“ das folgende Prachtstück „Fire Me Up“ wieder flotter zu Werke geht und einen eleganten Ohrwurm serviert. „Loaded Gun“ packt genauso zwingend zu und bringt das aktuelle Daft Punk-Comeback mit dem Industrial-Pop des Trent Reznor-Nebenprojektes How To Destroy Angels in Verbindung. So seltsam das klingt, so wunderbar tönt „Fantasy“ in seiner Gesamtheit aus den Boxen. Eine klare Verbeugung vor dem Electro-Pop der Achtziger Jahre und doch ein Gruß in die Zukunft. Lightning Dust zeigen, wie viel freudvolle Melancholie eine Ergänzung zur Haupttätigkeit bei Black Mountain versprühen kann.

Anspieltipps:

  • Reckless And Wild
  • Fire Me Up
  • Loaded Gun
  • In The City Tonight
  • Never Again

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