Chaos Beyond - The Drawing Board - Cover
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Chaos Beyond The Drawing Board


  • Label: Terrasound
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Korn-Album-Light, bitte.

Es gibt einem zu denken, wenn eine Band ihr Album „The Drawing Board“ nennt. Die englische Redewendung „back to the drawing board“ steht schließlich für ein gescheitertes Projekt und die Rückkehr zu den Skizzen. Was die Band aus Österreich wohl eigentlich mit dem Titel auszudrücken versucht, ist Vielfältigkeit. So sind die fünf Jungs aus Wien auf der neuen Scheibe zwar durchgehend laut, versuchen dabei allerdings möglichst viele Töne anklingen zu lassen. Das Ergebnis ist ein wilder Eintopf, der Größen des Metal aller Facetten huldigt. Ein unterhaltsames, aber nicht unbedingt bleibendes Unterfangen.

Wenn nicht gerade geshoutet und gegrowlt wird, dann versuchen Chaos Beyond sich am reichhaltigen Büffet dessen, was auch nur irgendwie „Metal“ im Namen trägt. Mittelalterliche Avancen zum Auftakt des Openers oder im Instrumentaltrack „V1“ (klingt nebenbei bemerkt wie für einen Trailer eines beliebigen Military-Shooters) schleichen sich hier und da ein, sowie Sprachfetzen, die Radio-Atmosphäre oder 08/15-Satan-Geschichten („The Contract“) untermalen sollen. Das alles erinnert sehr an ein Abschlussprojekt einer Oberstufenklasse, die anstatt einer eigenen Vision zu folgen, alles zitiert, was ihre Jugend bestimmt hat. Wirklich verurteilen will man das nicht, doch gut finden müssen die Hörer es auch nicht.

Ganz schlimm wird es, wenn sprachlich ungelenk und mit einer Prise Fremdscham über Twitter hergezogen wird („#oneclickaway“). Hier ruft die Band laut aus: „Hört her! Wir sind keine Muttersprachler!“ Das kann man durchaus besser kaschieren, was der Band ansonsten auch gut gelingt. Solange es schnurstracks geradeaus geht und wie in „This Is Your Chance“ oder auch im ruhigeren, sehr melodischen „The Warmth Remains“ macht sich das Wiener Quintett ganz ordentlich. Ausrutscher wie „The Contract“ nehmen allerdings immer wieder Überhand, was am Ende für ein mehr als durchwachsenes Sounderlebnis sorgt.

Lohnt es sich überhaupt, einen Blick auf dieses Album zu riskieren? Im Endeffekt muss man bedrückt sagen: nicht wirklich. Chaos Beyond machen viel und versuchen für jeden etwas zu finden, nur sich selbst finden sie dabei nicht konsequent genug. Ohne wirklich langweilig zu werden, leiern sie immer weiter in ein musikalisches Vakuum. Dass sich „The Drawing Board“ bis auf „#oneclickaway“ und „The Contract“ reibungslos hören lässt, ist eher Grundvoraussetzung, als ein zu lobendes Merkmal der Scheibe. So steht am Ende ganz viel Mittelmaß, und Ausreißer gehen leider oft in die verkehrte Richtung.

Anspieltipps:

  • Refuse To Resist
  • This Is Your Chance
  • The Warmth Remains

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