The Black Dahlia Murder - Everblack - Cover
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The Black Dahlia Murder Everblack


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Schatten von „Ritual“ zu stehen, fällt dem Michigan-Fünfer schwerer als gedacht.

Am 17. Juni vor zwei Jahren veröffentlichten The Black Dahlia Murder ihr vorläufiges Opus Magnum. Als Songwriter gereift und mit Spielwitz gesegnet, den man nach dem guten, aber nicht herausragenden „Deflorate“ (09/2009) niemals für möglich gehalten hätte, spendierte „Ritual“ (06/2011) den Fans ein Jubiläumspräsent, das sich gewaschen hatte. Mit kleineren Ausnahmen versammelten sich hier die durchdachtesten und technisch anspruchsvollsten Songs in der Geschichte der Band. Danach gab es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder machten Trevor Strnad (Gesang), Brian Eschbach (Gitarre), Ryan Knight (Gitarre) und die beiden Neuzugänge Max Lavelle (Bass) und Alan Cassidy (Schlagzeug) etwas völlig anderes und eröffneten einen Shop für Strickutensilien oder sie legten ein Werk vor, das ähnlich wie „Deflorate“ nur ein „Ritual 2.0“ ist.

„In writing Everblack we had to face the monster that was Ritual. It was the biggest and most thought out thing we had put our names to, and it really advanced our sound, but once we started working on Everblack it became a monster of its own. It's just awesome riffs, it's more melodic than ever, and I think it's more digestible too - not in the sense that we've mellowed out at all, but the songwriting is better, which reflects our desire to take everything to the next level“, erklärt Trevor, doch eigentlich ist das purer Blödsinn. Natürlich würden The Black Dahlia Murder nie zugeben, dass sie es nicht geschafft haben, dem Nachfolger ihrer bisher stimmigsten Veröffentlichung ein eigenes Gesicht zu verpassen, denn in Wirklichkeit ist „Everblack“ „Ritual 2.0“, allerdings ohne auch nur annähernd an die Genialität des Quellenmaterials heranzureichen.

Lediglich „Into the everblack“ verschafft sich mit seiner peitschenden Ader und einer innewohnenden epischen Melodie Luft und auch „Every rope a noose“ tritt durch seine fiese Geschwindigkeit und der Mischung aus atmosphärischem Cradle Of Filth-Schwarzmetall und zackigem Rockunterbau dem Vorgänger gehörig in den Arsch. Doch damit sind die Hauptabweichungen im neuen Opus der Michigan-Truppe bereits abgedeckt. Damit soll natürlich keinesfalls zum Ausdruck gebracht werden, dass „Everblack“ ein schlechtes oder gar vergessenswertes Album wäre, denn eigentlich verzichten The Black Dahlia Murder dieses Mal sogar auf seltsame Experimente vom Schlag eines „Den of the picquerist“, aber dem einzigartigen Fluss und der hakenschlagenden Falltürakrobatik von „Ritual“ wird mit schnellem Todesblei der Marke Vomitory („Goat of departure“), hymnischen Refrains („Raped in hatred by vines of thorn“), unbarmherzigen Doublebass-Exkursen („Their beloved absentee“) oder gezielt um sich schlagenden Nummern („Phantom limb masturbation“) nur oberflächlich Einhalt geboten.

Einen kleinen Unterschied besitzt „Everblack“ dennoch und das ist der, nennen wir es mal, „Stadium Arcadium“-Effekt. Ähnlich wie auf dem 2006er Werk der Los Angeles Funkrocker schnalzt auch Gitarrist Ryan in jedem der zehn neuen Tracks mit einem längeren Solo um die Ecke, das für das Gelingen des jeweiligen Tracks zwar nicht immer notwendig gewesen wäre, aber zumindest den Willen nach Veränderung demonstriert. „Without a doubt in my mind, this album will be Ryan's step into the guitar god lime light“, fachsimpeln seine übrigen Bandkollegen, und führt man sich z.B. das klassisch angehauchte Gegniedel in „Map of scars“ zu Gemüte, man möchte diese Aussage glatt unterschreiben. Nichtsdestotrotz steht „Everblack“ damit noch immer im Schatten seines Vorgängers und dieses Damoklesschwert müssen die fünf Herrschaften jetzt erst einmal beseitigen.

Anspieltipps:

  • Into The Everblack
  • Every Rope A Noose
  • Phantom Limb Masturbation

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