New Years Day - Victim To Villain - Cover
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New Years Day Victim To Villain


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 35 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ermüdendes Alternative-Rock-Allerlei in den Fußstapfen von Paramore.

Nach all den grandiosen Comebacks, die unter anderem mit Deep Purple („Now What?!“) und Black Sabbath („13“) in den letzten Wochen und Monaten stattgefunden haben, ist es schön, mal wieder etwas Bodenständiges, schon fast Herkömmliches in den CD-Player legen zu dürfen. Die Rede ist vom zweiten Album der kalifornischen Alternative Rock-Truppe New Years Day, die mit „Victim To Villain“ endlich auch kommerziell als das vor Energie berstende Kraftbündel angesehen werden wollen, das man auf ihren verschiedenen Konzerten und Festivalauftritten begutachten konnte. Nach dem einen oder anderen Abgang an den Gitarren und am Bass besteht der Fünfer 2013 aus Ashley Costello (Gesang), Nikki Misery (Gitarre), Jake Jones (Gitarre), Anthony Barro (Bass) und Russell Dixon (Schlagzeug) und mit Century Media im Rücken hat man sich eine ausgezeichnete Basis geschaffen, um nun endlich international durchstarten zu können.

Nach dem Debüt „My Dear“ (05/2007), als etwas rotzigere Variante von Taking Back Sunday angepriesen, geht es auf dem Nachfolger wesentlich düsterer und dreckiger zu, auch wenn die poppigen Elemente erneut einen großen Teil des musikalischen Grundgerüsts in Anspruch nehmen. Da wären zum einen der geradlinige Opener „Do your worst“ oder das gedrosselte „Victims“, die New Years Day sofort in Richtung Paramore und Konsorten verorten lassen und zum anderen mit dramatischen Gesten, elektronischem Gekratze und Technobeats aufgepeppte Varianten von Fall Out Boy-trifft-Panic! At The Disco-auf-einem-My Chemical Romance-Konzert-Songs („I´m no good“, „Death of the party“, „Any last words?“), die spannend anmuten, ihren Bonus aber an ein Allerweltskonstrukt aus Powerriffs und Haben-wir-alles-schon-gehört-Melodien mit einer Dicke-Hose-Produktion aus den besten Zeiten von Korn & Co. vergeuden. Zudem schenkt sich Sängerin Ashley bei ihren Vokalexkursen nichts und könnte einigen durch ihren exzessiven Drang nach hysterischem Geschrei besonders negativ auffallen.

Individualität ist also nicht gerade die große Stärke von New Years Day und obwohl man „Victim To Villain“ nicht vorwerfen kann, ständig ein und denselben Song zu recyceln, so ist der Aspekt der Abwechslung nur ein weiteres Werkzeug, um oberflächlich fehlende Ideen und schwache Lyrics (besonders auffällig im enervierendem „Bloody mary“) zu verschleiern. Kurze Lichtblicke bündeln sich dafür als gut getarnter Twist, wenn z.B. „Hello darkness“ als obligatorische Balladenkomposition zum Gähnen animiert, sich dann aber zu einer soliden Amirocknummer mausert oder „Angel eyes“ mit Chris Cerulli der Metalcoreband Motionless In White einen stimmlich wuchtigen Gegenpart spendiert bekommt und endlich fetzige Farben in den tristen Alternative Rock-Brei bringt. Alles in allem ist New Years Day aber nicht mehr als ein Produkt von der Stange, das beim langsam schlecht werdenden Paramore-Kuchen noch ein paar Krümel abbekommen will.

Anspieltipps:

  • Angel Eyes
  • Hello Darkness

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