Rodrigo Leão - Songs (2004-2012) - Cover
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Rodrigo Leão Songs (2004-2012)


  • Label: Glitterhouse Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Vorhang auf für Rodrigo Leao: Schwelgerische Kompositionen, unnachahmliche Arrangements und großartige Stimmen!

Rodrigo Leao? Nie gehört! Vielleicht ja doch, denn er war beinahe eine Dekade lang beim portugiesischen Ensemble Madredeus, das er auf dem Höhepunkt des kommerziellen Erfolgs verlassen hat. Anschließend startete er eine erfolgreich verlaufende Solokarriere mit mehreren Nummer eins-Alben auf der iberischen Halbinsel. Leao hat längst seinen eigenen Stil gefunden, der naturgemäß den Blues der Portugiesen umfasst, den Fado. Desgleichen integriert er klassische und cinematische Klänge sowie orchestralen Pop und Jazz.

Für diesen Songreigen wurde die Vergangenheit bemüht, aber auch Titel exklusiv für diese Zusammenstellung neu eingespielt. So das Album eröffnende „The Long Run“, bei dem Joan Wasser (aka Joan As Police Woman) den Gesang übernimmt. Ebenso exklusiv der Titel „Imperfect“, den die einzigartige Stimme von Scott Matthew veredeln darf. Der in Australien geborene Singer / Songwriter darf zudem auf „Terrible Dawn“ mit den unnachahmlichen Orchesterarrangements schwelgen. In solchen setzt auch Stuart A. Staples von den Tindersticks auf dem nachfolgenden „This Light Holds So Many Colours“ seine dunkel-romantische Stimmfarbe frei.

Auf dem „Lonely Carousel“ kreist die göttliche Stimme von Beth Gibbons (Portishead) im melancholischen Fado und findet: „The truth is lost / Beyond this lonely carousel“. Sonia Tavares ist eine Künstlerin, die in vielen Genres ihre Spuren hinterlassen hat. Unter der Regie von Rodrigo Leao darf sie auf gleich zwei Stücken ihre vokale Meisterschaft und Vielfalt unter Beweis stellen. Vom „Sleepless Heart“ darf Ana Vieira erzählen und sie tut dies mit einer Schönheit, Anmut und einer Gelassenheit, die Versöhnung mit dem Verflossenen verspricht, dazu offenbart das Orchester einen Wolkenhimmel, der sinnlich und in dunklem Indigo leuchtet. Neil Hannon (The Divine Comedy) fleht nach „Cathy“ und wird dabei in ein wogend-dramatisches, dennoch warmes Klangbad getaucht.

Rodrigo Leao ist ein begnadeter Musiker, Komponist und Produzent, zudem war er am Aufnahmeprozess und Mix beteiligt und hatte mit Pedro Moreira und Francisco Ribeiro kongeniale Arrangeure an seiner Seite, die Bläser und Streicher in ein melancholisches Licht der Schönheit tauchten. Obwohl hier sieben verschiedene Sangeskünstler agieren, fließt „Songs (2004-2012)“ als organisches Klanggemälde aus den Lautsprechern. Danach kann Marvin Gayes Orchesterplatte „Vulnerable“ gehört werden, die eine ähnliche atmosphärische Qualität besitzt, hinter der sich Leao und die hier auftretenden Künstler nicht verstecken müssen. Ehre, wem Ehre gebührt!

Anspieltipps:

  • The Long Run Featuring Joan as Police Woman
  • Sleepless Heart Featuring Ana Vieira
  • Lonely Carousel Featuring Beth Gibbons
  • Terrible Dawn Featuring Scott Matthew
  • The Light Holds So Many Colours Featuring Stuart A. Staples

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