E.V.E. - Lip Lock - Cover
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E.V.E. Lip Lock


  • Label: Eleven Seven Music/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die wohl schwerste Zangengeburt im HipHop/Rap der vergangenen zehn Jahre.

Die Rapperin und Schauspielerin Eve Jihan Jeffers alias E.V.E. (34) konnte von ihren ersten drei Alben (1999-2002) mehr als acht Millionen Einheiten absetzen und erhielt eine Grammy-Auszeichnung für ihre Kollaboration mit Gwen Stefani. Damit zählte E.V.E. zu den Top-Stars des Genres, doch plötzlich gab es einen ganz merkwürdigen Karriereknick.

E.V.E.s Longplayer Nummer vier, Arbeitstitel „Here I Am“, entpuppte sich als ewig angekündigtes Geisteralbum, aus dem zwar zwei Singles ausgekoppelt wurden und das der schreibenden Presse zur Besprechung vorgelegt wurde, das aber nie erschien. Nach einigem Hin und Her wurde das Album in „Flirt“ umbenannt, erschien aber ebenso wenig. Es erfolgte eine weitere Umbenennung in „Lip Lock“ und ein angepeilter VÖ-Termin im Herbst 2011. Bekanntermaßen wurde aber auch daraus nichts.

Im Mai 2013, fünf Jahre nach dem ursprünglichen VÖ-Termin, erschien „Lip Lock“ tatsächlich in den USA auf E.V.E.s eigenem Label From The Rib Music, das je nach Region auf unterschiedliche Vertriebspartner zurückgreift. Doch nachdem die ersten drei Werke von E.V.E. jeweils die Top 10 der US Billboard Charts erreichten, schaffte „Lip Lock“, elf Jahre nach dem letzten Album der 34-Jährigen veröffentlicht, nur den 46. Charts-Rang und fuhr enttäuschende Verkaufszahlen ein. Nach wenigen Wochen war das Werk wieder aus den Top 200 der amerikanischen Album-Charts gefallen und gilt im Prinzip bereits als Flop.

Und das, obwohl E.V.E. mit Pusha T, Snoop Dogg, Missy Elliott, Chrisette Michele und Gabe Saporta (Cobra Starship) durchaus interessante Gäste vorweisen kann und mit Swizz Beatz, Jukebox und The Neptunes namhafte Produzenten verpflichtete. Doch so richtig mag das Comeback der Rapperin nicht zünden, auch wenn dem Hörer das musikalische Rezept durchaus bekannt vorkommen dürfte: Satte HipHop-Beats werden mit catchy Hooklines vereint, wobei dies nur ab und zu ganz gut wie in „Make it out this town“ gelingt, das in Kollaboration mit Gabe Saporta entstand und den Gesang des Cobra-Starship-Frontmanns mit E.V.E.s Raps und einer poppig-eingängigen Melodie kombiniert.

Doch schon bei den folgenden Titeln „All night“ und „Keep me from you“ wird eher uninspiriert mit derselben Masche gearbeitet, die im Kontrast zu den übrigen, zumeist sehr klassischen Rap-Tracks wie „Mama in the kitchen“ oder auch „She bad bad“ steht. Zusammen ergibt sich daraus eine relativ krude Mischung aus abgestandenen HipHop-Beats („Zero below“) und einer Prise Verlegenheits-Pop („Forgive me“), die weder einzeln noch zusammen richtig funktioniert. Hätte E.V.E. dagegen am ursprünglichen Konzept von „Here I Am“ festgehalten, das stärker auf die Fusion von R&B und HipHop setzte, wären wohl mehr gutklassige Titel wie „Never gone“ herausgekommen und „Lip Lock“ am Ende ein deutlich kohärenteres Album geworden.

Anspieltipps:

  • Never gone
  • She bad bad
  • Mama in the kitchen
  • Make it out this town

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