Liveevil - 3 Altering - Cover
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Liveevil 3 Altering


  • Label: Metalgate/Collectors Mine
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Dazu schwingt man doch gerne das Tanzbein!

Mit dem Namen Liveevil haben sich die fünf Musiker aus dem tschechischen Hranice na Morave ein nettes, wenn auch nicht wirklich kreatives Palindrom ausgedacht. Die Band besteht seit 2003 und hat in der jüngeren Vergangenheit etliche Besetzungswechsel durchgemacht. Lediglich Gitarrist und Sänger Petr Staněk ist seit jeher die einzige Konstante und der Chefdenker der Elektro- und Gothic Metaler. Nach „Arctangel“ (2007) und „Unique Constellation“ (2009) kommt mit „3 Altering“ nun die dritte Langrille nach etwa einem Jahr Verzögerung auch in unseren Breitengraden an und sollte bei seinem Zielpublikum mit kurzweiligem Material für viel gute Laune sorgen.

Liveevil spielen einen zum Teil recht deftigen Gothic Metal, der zwischen elektronischen Klängen, Sleaze Rock und gezielt platzierter Melancholie hin und her pendelt, eine gezielte Liaison mit dem Pop aber auch nicht lassen mag. So lassen „Deep Cut“, „Spirit And Water“ und das stampfende „Hope Of Broken Souls“, besonders was den Gesang betrifft, klare Erinnerungen an The 69 Eyes oder die Deathstars aufkommen. Schmissige Düster-Rocker bekommen hier mit eingängigen Elektrobeats einen extrem catchigen Charakter und setzen sich in den Gehörgängen fest. Liveevil beherrschen es offenbar, echte Ohrwürmer zu komponieren. Sie sorgen für gute Laune und schaffen es, Songs mit nicht zu unterschätzenden Singlequalitäten zu schreiben. Besonders „Blackout“ ist ein tanzbarer Aggrepo-Hit, der für volle Dancefloors im lokalen Schwarzen Club sorgen könnte.

Recht zünftig sind dagegen dunkle, melancholische und angehärtete Rocker wie „Cause Of Man Who Killed All The Idols“, „Remind Me!“ und „About Them“ - auch bei diesen sind die Übergänge in den Darkwave fließend. Kontraste werden schließlich mit den zwei Balladen „Platonic Blue“ und „Saddest Romancy“ gesetzt. Hier beweisen die Tschechen ihre ruhigere Seite und bieten den Hörern Verschnaufpausen. „Platonic Blue“ weiß mit der Kombi aus Beats, Piano und dem sehr tiefen Organ von Sänger Petr (teilweise auch in Spoken Words) zu begeistern, während das Schlusslicht „3 Altering“ atmosphärisch dicht und äußerst melancholisch ausklingen lässt.

Das dritte Album entscheidet ja bekannterweise über den noch folgenden Werdegang einer Band. Bei Liveevil bleibt einem nur zu sagen, dass die Tschechen ihre Nische anscheinend gefunden haben und für Freunde des Genres ein heißer Tipp sind. Ihre Verbindung von Metal, Elektro und Pop sollten aber generell ein recht breites Publikum ansprechen. Wirklich bahnbrechend oder innovativ sind die Herren zwar auch nicht zu Gange, ziehen ihr Ding aber mit einer hohen Qualität und einem stets guten Riecher für sich in den Ohren einnistende Melodien durch. Wer die angesprochenen The 69 Eyes oder Deathstars mag und diese mal etwas „elektrifiziert“ hören will, der ist bei Liveevil an der richtigen Adresse.

Anspieltipps:

  • Blackout
  • Deep Cuts
  • Platonic Blue
  • About Them
  • Saddest Romancy

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