Frank Zappa - A Token Of His Extreme - Cover
Große Ansicht

Frank Zappa A Token Of His Extreme


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 90 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Fast 40 Jahre nach der Aufzeichnung von „A Token Of His Extreme“ wird das Programm nun erstmals offiziell veröffentlicht.

Frank Zappas „A Token Of His Extreme“ ist keine leichte Kost. Die DVD läuft auch nicht unter der Kategorie Konzertfilme, die man sich am liebsten mehrmals nacheinander anschauen möchte. Zum Teil sehr schnelle Schnitte, verschiedene Farbfilter und die völlig abgefahrenen Animationen von Bruce Bickford sorgen in Kombination mit Zappas Band, den Mothers of Invention, für ein aufregendes, aber auch anstrengendes Rezeptionserlebnis. Um genau zu beschreiben, was da innerhalb der etwa 75 Minuten Spielzeit musikalisch vor sich geht, bräuchte es mehrere Seiten. Nur soviel: Es war und bleibt beeindruckend, mit welcher Spielfreude und mit welcher Perfektion Frank Zappa und seine Kollegen auf der Bühne agierten.

Für nicht wenige bilden die Mothers of Invention in der Zusammenstellung, wie sie 1974 in den KCET-Studios (L.A.) auftraten, die beste Besetzung der Gruppe. George Duke (Keyboards), Ruth Underwood (Percussion), Tom Fowler (Bass), Chester Thompson (Schlagzeug) und natürlich Napoleon Murphy Brock (Saxophon, Gesang) sind aber auch eine Macht! Vor allem Letzterer ist zu dieser Zeit ein unverzichtbarer Bestandteil der Band - singt er doch immerhin fast die Hälfte der Songs. Das kann man als Frank Zappa-Fan gut finden oder nicht, denn im Endeffekt zählt Zappas Mimik während legendärer Titel wie „Stink-Foot“ oder „Montana“ zu den amüsantesten Momenten der ganzen Show. Ansonsten sind es vor allem lange, mit Animationen unterlegte Instrumental-Parts, die „A Token Of His Extreme“ prägen.

Dass die Veröffentlichung dieses Auftrittes nun, fast 40 Jahre nach dessen Aufzeichnung, für so einen Wirbel unter den Zappalogen gesorgt hat, hängt mit der Geschichte dieses Konzertes zusammen. Von Frank Zappa selbst produziert, geschnitten und mit Effekten versehen, war „A Token Of His Extreme“ als TV-Special gedacht und ist bisher in seiner originalen Form noch nie offiziell auf DVD oder VHS erschienen. Lediglich auf der 2005 herausgegebenen „The Dub Room Special“-DVD waren einige Songs der Show vertreten und auf einer inoffiziellen Veröffentlichung des Konzertes aus dem Jahr 2004.

Der große Mehrwert der aktuellen Version von „A Token Of His Extreme“ besteht folglich in einem recht ansehnlichen Bild und einem ordentlichen, 2009 remasterten Ton. Darüber hinaus ist es für viele Fans sicherlich ein Genuss, das Programm so zu sehen, wie Frank Zappa es gesehen haben wollte. Das bedeutet aber auch: „Cosmik Debris“ und „Approximate“ sind in diesem Zusammenschnitt leider nicht vertreten. Dafür gibt es im Bonus-Bereich allerdings einen Promo-Auftritt von Frank Zappa in der „Mike Douglas Show“ aus dem Jahr 1976 zu bestaunen. Die weiteren „Extras“ bestehen aus einer optisch etwas zu trashig wirkenden Discography, einer nicht viel besser aussehenden DVDography und einer Niederschrift dessen, was Zappa in der „Mike Douglas Show“ gesagt hat. Da hätte Eagle Rock Entertainment durchaus noch etwas mehr springen lassen können. Ansonsten ist „A Token Of His Extreme“ aber eine gelungene Veröffentlichung, mit der vor allem Fans ihren Spaß haben werden. Alle anderen sollten vor dem Kauf vielleicht doch besser erst mal einen Trailer anschauen.

Anspieltipps:

  • Stink-Foot
  • Montana
  • Room Service

Neue Kritiken im Genre „Art-Rock“
7.5/10

Is This The Life We Really Want?
  • 2017    
Diskutiere über „Frank Zappa“
comments powered by Disqus