Saltatio Mortis - Das Schwarze Einmaleins - Cover
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Saltatio Mortis Das Schwarze Einmaleins


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Saltatio Mortis vereinen Mittelalter-Rock mit tiefgreifender Gesellschaftskritik.

Als „Sturm Aufs Paradies“ im Jahr 2011 auf Platz drei der deutschen Charts - nun ja - stürmte und damit die vorherigen Erfolge weit übertraf, wurde wohl nicht nur Saltatio Mortis klar, dass sie sich auf dem Weg nach ganz weit oben befindet. Und nachdem erst im April 2013 das Live-Album Manufactum III mit großartiger Mittelaltermarkt-Musik erschien, legt die achtköpfige Combo nun ihr siebtes Studiowerk „Das Schwarze Einmaleins“ vor, auf dem auch der im November 2012 neu hinzugekommene Gitarrist Till Promill mitgewirkt hat, der den in die Filmmusik-Branche abgewanderten Herrn Samoel ersetzt.

Der Texter der Band mit dem schönen Künstlernamen Lasterbalk schafft es immer wieder, die brisanten Themen der heutigen Zeit in die Sprache des Mittelalters zu übersetzen. So ist es auch heuer mit Stücken, die Klartext reden und sich nicht scheuen, aktuelle Sprachgebräuchlichkeiten zu verwenden. Beispielhaft stehen dafür der Song „Früher war alles besser“, welcher ein wenig nach den Toten Hosen klingt und auch deren punkig-rockigen Stil annimmt, oder auch die plakative Single „Wachstum über alles“, die ironisch verpackte Gesellschaftskritik beinhaltet und dabei zeitweise die Töne der deutschen Nationalhymne verwendet!

Das neue Werk hat im Vergleich zum Vorgänger an Härte gewonnen, und so ziehen „Abrakadabra“, ein Gitarrenriffgewitter mit orientalisch angehauchten Klängen, wie auch das treibende sozialkritische „Idol“ alle Register und beweisen, dass Auftritte in Wacken, beim Rockharz Open Air oder dem Metalfest nicht von ungefähr kommen. Dabei arbeiten alle Musiker gut zusammen und haben sämtliche Kompositionen in Kollektivarbeit oder in Kleingruppen erstellt.

Als typischer Saltatio-Sound gehen „IX“ und „Satans Fall“ durch, denn sie vereinen die schöne Sprache der Vergangenheit mit einer interessanten, mit Dudelsack, Gitarre und Schlagzeug erzählten Geschichte zu einer Perle der Rockmusik. Die „Galgenballade“ gehört zu den Songs, die auch bei den Akustikauftritten auf dem Mittelaltermarkt dargeboten werden und könnte ein Nachfolger des Ohrwurms „Till Eulenspiegel“ werden, der das letzte Album in puncto Eingängigkeit anführte.

Die sanfte, gefühlvolle Seite zeigen „Der Sandmann“ und das Duett „Randnotiz“ mit der schwedischen Garmana-Sängerin Emma. Im Gegensatz zu den rockigen Songs setzt Sänger Alea seine Tenorstimme hier sehr zart ein, auch wenn die düstere Geschichte des Sandmanns, der laut Mythologie den Kindern die Augen nahm, nichts für zarte Gemüter ist. Doch der unerwartet einsetzende Kinderchor und eine zerbrechliche Mädchenstimme am Ende machen aus dem Stück eine emotionale Achterbahnfahrt, die tief berührt.

Fazit: Saltatio Mortis entwickeln sich musikalisch stets weiter, ohne ihre Wurzeln in der Mittelaltermusik zu vergessen. Dabei ergeben die harten und dennoch melodiösen Songs zusammen mit den gefühlvollen und eingängigen Werken eine besonders starke Mischung, die dem „Das Schwarze Einmaleins“-Album bestimmt den gewünschten Erfolg bringen wird.

Anspieltipps:

  • Galgenballade
  • IX
  • Abrakadabra
  • Satans Fall

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