Mavis Staples - One True Vine - Cover
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Mavis Staples One True Vine


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Gospel-Modernisierung: Mavis Staples und Jeff Tweedy zum Zweiten.

Zum zweiten Mal treiben die Soulheroin Mavis Staples und Jeff Tweedy von Wilco die Modernisierung des Gospel voran. Nach dem Album „You Are Not Alone“ von 2010 war es an der Zeit mit „One True Vine“ nachzulegen. Mavis Staples kann auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Mit den Staple Singers und als Solokünstlerin kann sie einen beträchtlichen Output vorweisen, der nun in der Kollaboration mit Tweedy weitere Höhepunkte generiert.

Was für Johnny Cash Rick Rubin war, ist Jeff Tweedy für Mavis Staples. Wenn nicht sogar mehr, denn Tweedy wählt nicht nur Coverversionen für die Staples aus, sondern schreibt ihr Songs geradezu auf den Leib. Ganze drei für dieses Album. Zudem hat er diverse Instrumente gespielt und bildet gemeinsam mit ihr ein unschlagbares Team. Tweedy führt die Soul-Legende immer wieder auf die dunkle Seite, die Staples jedoch wiederholt ins Gospel-Licht rückt. Ein erfülltes Herz, das gar nicht anders kann als den teils dunklen Songs mit Hoffnung und Glaube zu begegnen.

„Every Step“, „Jesus Wept“ und der Titelsong wurden vom Wilco-Songwriter komponiert und sind wie maßgeschneidert für die Staples. Dabei fallen sie keineswegs aus dem Album-Rahmen, vielmehr sind sie Perlen derselben Kette, auf der sich auch Coverversionen von Nick Lowe („Far Celestial Shore“), George Clinton („Can You Get To That“) und Alan Sparhawk („Holy Ghost“) von Low befinden sowie ein Stück, das Mavis mit dem 2000 verstorbenen Pops Staples („I Like The Things About Me“) geschrieben hat. Zudem werden traditionelle Gospelsongs interpretiert und ins neue Klanggewand gehüllt.

Und es ist keine gewollte oder gar bemühte Modernisierung dieses Genres, vielmehr ein organischer Songreigen, der auf Gospel Basis mit Soul- Blues- und Rockelementen die moderne Studiotechnik nutzt. Was jedoch wichtiger und gewichtiger ist: Wie Mavis Staples den Liedern Seele einhaucht und wie sich ihre Stimme auf natürlichste Art mit den Instrumenten verbindet. Sie fühlt sich sichtlich und hörbar wohl in dem von Tweedy mit gesteckten Rahmen. Dabei entstehen Tiefe, Spiritualität und Intensität, die sich immer wieder mal mit Gelassenheit oder Reife paaren. Das dürfte sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Beiden ein Album auf die Beine stellen.

Anspieltipps:

  • Holy Ghost
  • Jesus Wept
  • I Like The Things About Me
  • One True Vine

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