Mount Kimbie - Cold Spring Fault Less Youth - Cover
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Mount Kimbie Cold Spring Fault Less Youth


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mount Kimbie versuchen sich erfolgreich an natürlicher Instrumentalisierung und Gesang.

Mount Kimbie, die im Jahr 2010 mit „Crooks And Lovers“ maßgeblich zur öffentlichen Profilierung des sogenannten Post-Dubstep beigetragen haben, warten nun, 2013, mit ihrem zweiten Longplayer auf. „Cold Spring Fault Less Youth“ ist elektronisch weniger verspielt und hat sich von vielem, das dem Duo die Marke „Post-Dubstep“ eingetragen hat, verabschiedet. Dass das nichts Schlechtes sein muss, beweisen Kai Campos und Dominic „Dom“ Maker mit dem vorliegenden Werk.

Die Stücke auf dem neuen Album präsentieren sich wärmer und organischer. Schon auf dem ersten Track, „Home Recording“, stößt man auf die später noch vielfach verwendete Orgel und wird mit der wohl wichtigsten Neuerung in Kimbies Sound konfrontiert: Vocals. Mount Kimbie setzen immer weniger auf pure Instrumentalisierung und fügen ihren Songs häufiger ihren eigenen Gesang hinzu. Einziger Gastsänger ist King Krule, der mit Sprechgesang sowie fremdartiger Betonung und Aussprache auf zwei Tracks zu einer außerweltlichen, fast gespenstischen Atmosphäre beiträgt.

Ansonsten bietet „Cold Spring Fault Less Youth“ viele Tracks, die sich nur langsam zu ihrer vollen Breite entfalten. „Break Well“ beispielsweise besteht die ersten zwei Minuten nur aus trüben Synthies, die irgendwann von kristallklarem Klimpern durchsetzt werden. Dann bricht alles ein und der Beat bricht aus. Umgekehrt der Albumteaser „Made To Stray“, der mit basslosen, klackernden Beats aufwartet, die nur langsam an Bassvolumen gewinnen. Im Hintergrund treten wirre Trompeten hinzu, die sich aber am Ende des Tracks mit Einsatz der Vocals problemlos in das Gesamtbild einfügen.

Immer mehr setzen Campos und Maker auf traditionelle Instrumentalisierung. Zunehmend sind neben Trompeten und Orgel Gitarren herauszuhören, die Percussion stammt statt von Drum-Samples von Live-Schlagzeugen. Besonders stark ist dies im unruhigen Instrumental-Track „So Many Times, So Many Ways“ zu hören. Ihre Konzentration hat sich merklich von elektronischer Instrumentalisierung hin zu natürlichen Instrumenten verschoben. Dennoch bemüht sich das Duo um eine Fusion ihres alten, von synthetischen Sounds dominierten Klangbilds, mit den neu für sich entdeckten Elementen.

Ein Experiment, das sich auszahlt. „Cold Spring Fault Less Youth“ klingt immer noch unverkennbar wie Mount Kimbie vor drei Jahren, doch wirken sie reifer. Der wärmere Sound fühlt sich wie eine natürliche Weiterentwicklung für sie an.

Anspieltipps:

  • Home Recording
  • Break Well
  • Made To Stray
  • Sullen Ground
  • Fall Out

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