MNDR - Feed Me Diamonds - Cover
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MNDR Feed Me Diamonds


  • Label: Ultra Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

MNDR liefern kraftvollen Synthie-Pop mit der Extraportion Elektro. Es scheitert aber an der Abwechslung und ungelegenem Anspruch.

„Feed Me Diamonds“ beginnt mit den Zeilen „My ode to la bourgeoisie, say goodbye to decency“. Auf Basis dieser Aussage lässt sich das Elektropop-Duo MNDR spontan in die Schublade der französischen Synthie-Hochburg Ed Banger Records stecken. Tatsächlich haben die New Yorker Amanda Warner und Peter Wad ihr Debüt aber bei Ultra Records veröffentlicht, Heimat von international gefragten Acts wie David Guetta, Steve Aoki oder auch deadmau5. Und das merkt man dem Album auch an. „Feed Me Diamonds“ ist eingängig, gefüllt mit einprägsamen Hooks und jeder Menge „uuuhs“ und „aaahs“, was es extrem partytauglich daherkommen lässt.

Im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Acts wie Robyn oder Goldfrapp, die sich ebenfalls stark am 80er-Jahre Synthie-Pop orientieren, setzen MNDR noch mehr auf kräftige Beats und breite Effekte: von schnellen, energischen Beats („Faster Horses“) bis zu Synthies, die klingen wie Staubsauger („Burning Hearts“), ist alles vertreten. Hinzu kommt Warners Stimme, die in den Höhen nicht selten an ihre Grenzen stößt und leicht ins Krächzen übergeht.

Das kann bisweilen aber ganz gut klingen. Beispielweise bei „U.B.C.L.“, das mit flächigem Bass und Techno-Beat eröffnet, um sich dann zu einer Nummer zu entwickeln, die Warners Stimme von ihrer starken Seite zeigt. Synthies, die ein wenig an The Prodigys „Firestarter“ erinnern, und frickelige Pieptöne, fordern zum Tanzen auf, wenn der Hörer nicht schon längst dabei ist. Der anfängliche Beat bildet wieder das Ende, das förmlich darum bettelt, in ein Techno-Set überzugehen.

„Feed Me Diamonds“ ist, auch trotz des einen („Stay“) oder anderen („Blue Jean Youth“) Liebesliedes, definitiv eine Dance-Scheibe. Warners und Wad sind aber anscheinend mit zweierlei Ansprüchen in die Schaffung des Werks gegangen. So meint Warner gegenüber ihrem Label, Pop sei eine Plattform, um etwas zu sagen. Man müsse nicht immer nur über Partys sprechen. Dementsprechend setzen sich die Lyrics, für Pop untypisch, mit Themen wie dem Zwang zur Einheitlichkeit in der Arbeitswelt auseinander („Sparrow Voices“) oder sind vom Tod des Vaters von Performance-Künstlerin Marina Abramović inspiriert („Feed Me Diamonds“).

Leider bleibt dieser Anspruch auf der Strecke. MNDR schien es, trotz des vorangegangenen Zitats, wichtiger zu sein, ein gutes, energisches Pop-Album zu schaffen. Mit „Feed Me Diamonds“ ist ihnen das durchaus gelungen, auch wenn es manchmal überladen wirkt und es an der Abwechslung mangelt.

Anspieltipps:

  • Fall In Love With The Enemy
  • U.B.C.L.

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