Shiny Toy Guns - III - Cover
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Shiny Toy Guns III


  • Label: Eleven Seven/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Erwartungen an das dritte Album der amerikanischen Gruppe, die gerne mit Electro experimentiert, sind hoch. Zu hoch?

Zugegeben, die Shiny Toy Guns klangen schon immer ein bisschen mehr nach Synthesizer als nach klassischer Komposition. Nachdem 2006 jedoch Universal am Debüt „We are Pilots“ Interesse bekundete und die Band nicht mehr auf Independent Labels angewiesen war, mussten auch Kritiker einsehen, dass eine gewisse Originalität von der Musik der amerikanischen Gruppe ausging. Einmal unter Vertrag genommen, schafften es die Shiny Toy Guns schnell, unter die Haut zu gehen. Entsprechend enttäuscht dürften die rasch gewonnenen Fans 2009 gewesen sein, als die Veröffentlichung „Girls le Disko“ vor allem aus Remixen bestand und das zweite Album „Season of Poison“ in Deutschland nicht einmal auf den Markt kam.

Mit „III“ haben sich Gregori Chad Petree und Carah Faye Charnow, verantwortlich für Gesang, Gitarre und E-Bass, gemeinsam mit ihren Kollegen Jeremy Dawson und Mikey Martin, am Schlagzeug, Bass und Synthesizer, die Messlatte höher gehängt, als notwendig gewesen wäre. Von dem ursprünglichen Charme des Elektro-affinen Pop-Rocks hatten Fans hierzulande lange nichts mehr zu spüren bekommen. Entsprechend gebündelt waren die Erwartungen, herrührend von den fesselnden Momenten des nun konkurrierenden ersten Albums.

Zwischen den Synthesizern klangen auf „We are Pilots“ vor allem die dramatisch angehauchten Stimmen des Leadsängers Petree und seiner Frontfrau Charnow durch, die die Band zeitweise verlassen hatte, auf dem offiziell dritten Album aber wieder dabei ist. Passend dazu gefühlvolle Rhythmen, die oftmals auch während eines Songs die Geschwindigkeit und Dringlichkeit wechselten und sich schlicht weigerten, dem typischen Dance-Manko zu folgen. Zu guter Letzt rundeten Lyrics das Album ab, die man einer Band, die sich nach Spielzeugpistolen benennt, nicht zugetraut hätte.

Auf „III“ haben sich die tiefgründigen Lyrics durchaus wieder blicken lassen, leider aber nicht mehr durchgesetzt, was vermutlich auch an der insgesamt gedämpfteren Stimmung des Albums liegen dürfte. Petree und Charnow sind zu hören, sie sind jedoch nicht so dominant, nicht so dramatisch, wie auf ihrem Debüt. Abgesehen von einigen Ausnahmen, die sich vornehmlich auf der ersten Hälfte des Albums befinden (z.B. „Carry“ oder „Speaking Japanese“), ist das Album ruhig. Zu ruhig, um dort anknüpfen zu können, wo die Band aufgehört hatte und die Fans abgeholt werden wollten.

„We Are Pilots“ erhielt eine Nominierung für den Grammy , Kategorie „Bestes Electronic und Dance Album“, „Le Disko“, dem Remix-Album gleichnamig, wurde als Titelsong für America’s Next Top Model auserkoren. An diese Erfolge kann Nummer drei leider nicht anschließen. Einige Songs, wie z.B. Mercy, in dem Petree seine persönliche Bestnote in Sachen Gesang bietet oder das rockige „The Sun“ geben immerhin eine Erklärung dafür, warum Bands, die so sehr auf den Synthesizer vertrauen, trotzdem ein Anrecht auf Erwähnung haben: das Potential ist da.

Anspieltipps:

  • Carry
  • If I lost you
  • Mercy
  • The Sun

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