Fiddler´s Green - Winners & Boozers - Cover
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Fiddler´s Green Winners & Boozers


  • Label: Deaf Shepherd/INDIGO
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4/10 Leserwertung Stimme ab!

Fiddler's Green bieten sich auch weiterhin als solides Folkvergnügen für zwischendurch an.

Fiddler's Green sind weiterhin die bekanntesten deutschen Vertreter des Folk/Rock. Ohne die ganz große Finesse, sondern dafür mit viel Tempo für Live-Konzerte bewaffnet, reißen sie ihre Fans von Album zu Album auf einfachste Weise mit. Und warum sollten sie ein funktionierendes Konzept umwerfen? Kritisch gesehen, kann man natürlich fragen, warum die Fiddler überhaupt noch neue Alben aufnehmen, da die Lieder sich inzwischen gleichen wie ein Ei dem anderen. Abwechslung ist jedoch immer schön bei Konzerten und damit die Fans wieder etwas zum auswendig lernen haben, ist eine neue LP stets willkommen.

Der Auftakt von „Winners & Boozers“ ist dabei auch echte Werbung für Fans, sowie Neuhörer mit Affinität zu etwas flotterer Folkmusik. „A Night In Dublin“ und „A Bottle A Day“ liefern sich gleich zu Beginn einen Kampf um den schnellsten Rocksong. Diese Lieder sind zwar mit Recht als generisch zu bezeichnen, doch ihr Tempo und ihre Energie übertragen genau das auf die Hörer, was die Band sich wünscht. Als Folk-Fan hält man hierbei nicht still. Und spätestens mit „Old Dun Cow“ wird deutlich, dass dieses Album in erster Linie für Liveauftritte geschrieben wurde. Eine Menschenmenge, die völlig aus dem Rhythmus grölen darf, ist genau das feierlustige Klientel, welches von Fiddler's Green angesprochen werden soll.

Aber die Band weiß natürlich auch, dass sie ein Album nicht mit gut 50 Minuten Speedfolk füllen kann, ohne dass es zu Ermüdungserscheinungen kommt. Also gibt es Balladen, die aufgrund der typischen Einfachheit wirklich nicht mehr als Pausen zum Feuerzeugschwenken sind. Ohne „No Lullaby“, „Raise Your Arms“ und dem Closer „Into The Sunset Again“ zu nahe treten zu wollen, handelt es sich hierbei schon um Tracks des Schemas F. Während diese Balladen allerdings noch ihren Job erledigen, würgen sich Fiddler's Green mit Reggae-Beats wieder selbst eine rein. „No More Pawn“ ist ein fehlgeschlagenes Experiment, das weder lustig, noch mitreißend ist und es letztlich nur vermag, einem die Schamesröte ins Gesicht zu treiben.

Am Ende überwiegen die vielen, verlässlichen Folk-Rocksongs wie „The More The Merrier“, „Buccaneer“ und „Don't Look Back“. Auch unter den vermeintlichen Stärken der Band verstecken sich ein paar schwächere Songs, doch bei 16 Titeln herrscht am Ende ein Gleichgewicht, dass Folk-Freunden genug Gründe gibt, einen Blick auf das Album zu werfen. „Winners And Boozers“ tut so, als wäre die Band keinen Tag weg gewesen. Stärken und Schwächen sind noch immer die gleichen. Wer Sehnsucht nach Konstanz und Angst vor Veränderung hat, wird es den Fiddlern vielleicht sogar noch danken.

Anspieltipps:

  • A In Dublin
  • Buccaneer
  • Old Dun Cow

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