Kodaline - In A Perfect World - Cover
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Kodaline In A Perfect World


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Und aus dem Klischee des Herzschmerzes wird eine angenehm romantische Pop-Gruppe geboren.

Och, buh! Schon wieder verpasst es eine Band, die Welt zu verändern! So eine Sauerei! Das ist ja genauso enttäuschend wie diese englische Band vor mehr als einer Dekade, die nur diesen einen guten Song hatte. „Yellow“ hieß der und sooooo toll ist der nun auch wieder nicht. Und überhaupt: Wer will schon wie Coldplay Millionen von Alben verkaufen und mit der meist romantisch optimistischen Musik die Laune der Menschen verbessern? Anscheinend ist das auch das Ziel der irischen Truppe Kodaline. Na, wenn es denn sein muss!?

Genau diese Art von Schwarzmalerei muss sich eine junge Band immer anhören, wenn sie Musik für die Massen machen will. Kodaline treten nach drei EPs mit ihrem ersten Album in Erscheinung und haben die Zeit genutzt, um einen wahrlich massentauglichen Sound zu entwickeln. Wenn besagte Herren von Coldplay nicht immer wieder auf der Suche nach einem etwas neuen Klang wären, dann könnte man von Kodalines Musik als Ergebnis ausgehen. Mit Anleihen an skandinavische Vertreter wie Razorlight gibt es eine Dreiviertelstunde voller harmloser Romantik, die angenehm ins Ohr geht und erfreulich oft auch dort bleibt.

Was Kodaline mit dieser fast schon Angst einflößenden Perfektion in Sachen Produktion natürlich fehlt, ist der übliche Neulingsbonus. „In A Perfect World“ klingt nicht nach aufstrebenden Musikern, sondern nach berechnenden Meistern. Wie in Liedern wie „Talk“ das Crescendo und die Chöre ausgepackt werden, erinnert an die Hitmaschinerie so manch anderer großer Band. Dass die Band allerdings darauf verzichtet, uns von Song zu Song mit Mitsinghymnen zu bombardieren, sondern der eigenen, sanften Note Raum für ruhige Zwischentöne gestattet, lässt uns an die Authentizität des irischen Quartetts glauben. Wenn „All I Want“, „Pray“ und einige weitere Tracks aus den Boxen klingen, ist die Welt ganz schnell ein friedlicherer, vielleicht sogar besserer Ort.

Die gute Nachricht der vielen Stadionhymnen ist, dass nur wenige so berechnend wie „High Hopes“ und „Talk“ im unteren Mittelmaß versacken. Aufmunternd und verspielt sind glücklicherweise die wiederkehrenden Attribute des überzeugenden Rests (z.B. „Brand New Day“ und „Love Like This“). Man erwischt sich regelmäßig beim Mitsummen der Melodien und freudigen Hin- und Herwippen. Trotz der offensichtlichen Mainstream-Spur halten sich die Retortenstücke in angenehmen Grenzen und werden von berührender Popmusik im großen Format überschattet. Kodaline machen es sich nicht leicht, mit ihrem Stil eine eigene Identität zu schaffen. Dass man am Ende von „In A Perfect World“ trotzdem vertraut mit der Band scheint, ist ein mehr als lobenswertes Ergebnis.

Anspieltipps:

  • All I Want
  • Love Like This
  • Pray

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