Emmelie De Forest - Only Teardrops - Cover
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Emmelie De Forest Only Teardrops


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Debütalbum der diesjährigen Eurovision Song Contest-Gewinnerin lässt zwingende Momente vermissen.

In den letzten fünf Jahren hat der Eurovision Song Contest wieder einige Künstler hervorgebracht, die nicht nur als kurzes, europaweites Strohfeuer funktionierten, sondern sich auch nach dem Wettbewerb beweisen konnten. Acts wie der weißrussisch-norwegische Alexander Rybak („Fairytale“), die letztjährige Gewinnerin Loreen („Euphoria“) oder unser eigenes Sternchen Lena Meyer-Landrut („Satellite“) mögen zwar nicht mehr annähernd so sehr in aller Munde sein, wie im jeweiligen Jahr ihres ESC-Triumphes, aber zumindest die Absatzzahlen aktueller oder nachfolgender Werke bescheinigen eine Zukunft im schnelllebigen Musikzirkus.

Diesbezüglich dürfte Emmelie de Forest, die Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2013, ein Problem haben, denn ihr Song „Only teardrops“, der Dänemark mit 281 Punkten aufs Siegerpodest brachte, konnte gerade einmal im Heimatland die Pole Position der Charts belegen, während er z.B. in den Song Contest-verrückten Ländern Skandinaviens zwischen Platzierung 3 und 17 (!!) vor sich hin dümpelte. Zum Vergleich: Jeder der oben genannten Künstler belegte nach dem Wettbewerb in mindestens sieben Ländern den ersten Platz, „Euphoria“ stand überhaupt in 18 Ländern an oberster Stelle und heimste nebenbei unzählige Multiplatin-Auszeichnungen ein.

Kein Wunder, dass die Reaktionen auf das Debüt von Emmelie de Forest ähnlich verhalten ausfallen. Inspiriert von ihren Lieblingsbüchern und -filmen wie „Sturmhöhe“ von Emily Brontë oder „Die Möwe Jonathan“ von Richard Bach, sowie ihren eigenen „recht schrägen Träumen“, versucht „Only Teardrops“ ein angenehmes Pop-Potpourri zu schaffen, das sich irgendwo zwischen Florence And The Machine, The Killers und One Republic mit Folk-Elementen eingliedern lässt, allerdings ohne die jeweiligen Eigenheiten der genannten Vorbilder zu übernehmen, geschweige denn zu übertreffen. So sind das radiotaugliche „Hunter & prey“, der Discopop von „Change“, der Balladenkitsch à la Evanescence von „Force of nature“, das perkussive „What are you waiting for“ oder die anfänglich düstere Nummer „Let it fall“ allesamt solides Futter für Europas Radio-DJs, ein eigenständiges Portrait sieht jedoch anders aus.

Als wirklich herausragend gebärden sich lediglich der, wie sollte es auch anders sein, gleich drei Mal vertretene Titeltrack (einmal als Einleitung, einmal in der normalen Studioversion und einmal als unnötige Symphonic-Version mit tieferem Gesang und schmalziger Streicherbegleitung), „Beat the speed of sound“ mit satten Keyboardflächen und ohrwurmgefährdeter Flötenmelodie, sowie das einzige wirklich ernsthaft arrangierte Stück „Soldier of love“, welches sich mit seiner Liebesthematik zwar perfekt für den Soundtrack eines Twilight-Spinoffs eignen würde, aufgrund der Mischung aus mitreißenden Drums, wehmütigen Streichern und glasklarer Stimme dem proklamierten Star „Only teardrops“ aber mühelos den Rang abläuft.

Hoffen wir nur, dass dieser Song wegweisend für das weitere Schaffen von Miss de Forest wird und nicht der mit Glöckchenmelodie verzierte Mädchenpop, den „Running in my sleep“ darstellt. Den Produzenten hinter der 20-Jährigen wäre es wahrscheinlich sehr recht, wenn die frisch gebackene Song Contest-Gewinnerin ihr Image als bezaubernde Elfe in einem der nächsten Tinkerbell-Filme zum Besten gäbe, aber so ganz kaufen wir Emmelie ihr „Ich singe für Bärchen, Häschen, Rehlein und Füchslein auf einem einsamen Baumstumpf in einer Waldlichtung“-Getue nicht ab. Sollte sich der Verfasser dieser Zeilen jedoch geirrt haben, der nächste Eurovision Song Contest kommt bestimmt.

Anspieltipps:

  • Only Teardrops
  • Soldier Of Love
  • Beat The Speed Of Sound

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