Starkill - Fires Of Life - Cover
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Starkill Fires Of Life


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine rasante Achterbahnfahrt durch Europas Heavy Metal-Gemüsegärten.

Wow, ist das abgefahren! Vier Jungs aus Amerika, mit Namen Parker Jameson (Gesang, Gitarre, Keyboard, Orchesterprogrammierung), Charlie Federici (Gitarre), Mike Buetsch (Bass) und Spencer Weidner (Schlagzeug), fahren voll auf europäischen Metal ab und sacken mit ihrem Debüt gleich einmal einen Plattenvertrag bei Century Media ein. Leider klingt das Ergebnis „Fires Of Life“ unterm Strich nur halb so spannend wie es sich liest. „Im Kern sind wir eine Melodic Death Metal Truppe, erlauben uns aber, auch über den Tellerrand hinaus zu blicken und stilistisch abzuschweifen. Im Endeffekt sind unsere Songs gerade deswegen so vielschichtig geraten und umfassen das gesamte Metalspektrum“, gibt Bandvorstand Parker zum Besten.

Der Tellerrand muss für Starkill aber ziemlich dünn sein, denn in den über 50 Minuten ihres Erstlings gibt es nicht eine einzige Minute, von der man behaupten kann, sie würde die Luft der Eigenständigkeit schnuppern, geschweige denn es versuchen. „Fires Of Life“ beschränkt sich nämlich darauf, jeden Track einer anderen Band zu widmen, die bei den vier Jungs Verehrung findet. Da hätten wir eine große Prise Dragonforce („Fires of life“), wuchtiges Schwarzmetall mit angestaubten Horrorsynthieeffekten, die Dani Filth (Cradle Of Filth) anscheinend vor 20 Jahren in einem beliebigen, amerikanischen Hinterhof entsorgt hatte („Sword, spear, blood, fire“), Episches aus dem Hause Hammerfall/Iced Earth („Immortal hunt“, „Strength in the shadow“), heroische Schlachtepen à la Amon Amarth („This is our battle, this is our day“), durchgeknallten, pfeilschnellen Black Metal, den Children Of Bodom irgendwann einmal perfektioniert hatten („Withdrawn from all humanity“), atmosphärisches Gebretter aus dem hohen Norden Dimmu Borgirs („Wash away the blood with rain“) und über allem thront eine New Wave Of British Heavy Metal-Gitarre, die an die besten Zeiten von Iron Maiden erinnert.

Nein, wer auf der Suche nach einem neuen, eigenständigen Sound ist, der wird bei Starkill nicht fündig werden, noch dazu wenn die Herrschaften selber sagen: „Wir wollten eine Band starten, die all unsere Inspirationsquellen perfekt vereint.“ Doch diese exzessive Art von Hommage kann trotzdem funktionieren, wie 3 Inches Of Blood mit jedem neuen Output seit ihrer Gründung 1999 unter Beweis gestellt haben. Bei Parker & Co. ist dies jedenfalls leider (noch) nicht der Fall, denn entweder wird zu heftig oder zu kopflos im Genretopf umgerührt, sodass man nach ein paar Nummern ganz schwindlig ist und zum Ausgleich am liebsten die neue The Dillinger Escape Plan in das Abspielgerät legen möchte. Etwas mehr Mut bei der Profilgestaltung, und aus Starkill könnten bald wirklich ein heißes Eisen werden. Bis dahin sind die Jungs eine fetzige Tribute-Band, die sich nicht auf eine Stilrichtung spezialisieren will.

Anspieltipps:

  • Immortal Hunt
  • Strength In The Shadow

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