Bleed From Within - Uprising - Cover
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Bleed From Within Uprising


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein knüppelhartes Gewitter zieht von Schottland auf. Die Vorhersage: Wechselhaft!

Mit harten Burschen, die sich im Core-Garten austoben, bekam man es in den letzten Jahren immer häufiger zu tun. Die Devise von Bands wie As You Drown, The Black Dahlia Murder, Molotov Solution, Suicide Silence, Job For A Cowboy, Carnifex, The Red Chord, Misery Index, Dying Fetus oder Trigger The Bloodshed (Auswahl aus Platzgründen gekürzt) lautete jedes Mal aufs Neue: Auffallen um jeden Preis! Ob dies nun bedeutete, die abartigsten Texte vorzulegen oder einfach nur wie ein Berserker auf seine Instrumente einzuschlagen, blieb jeder Truppe selbst überlassen. Die Schotten Scott Kennedy (Gesang), Craig Gowans (Gitarre), Martyn Evans (Gitarre), Davie Provan (Bass) und Ali Richardson (Schlagzeug) haben sich seit ihrer Gründung 2005 eher für den brutalen Weg entschieden und legten mit heftigen Ausschlägen auf der Richterskala bereits einige Wohnblöcke in Schutt und Asche.

Mit „Uprising“ sind sie nun beim Metalmajor Century Media angekommen und kosten sogleich die Vorzüge dieser Kollaboration in vollen Zügen aus. Aktuell stehen ein paar Konzerte als Vorband für niemand geringeren als Megadeth ins Haus, und wo sich andere Bands nur einen externen Berater als Produzent oder Soundmischer leisten können, schöpfen Bleed From Within aus den Vollen und verpflichteten kurzerhand Martyn Ford (Bullet For My Valentine, Trivium, As I Lay Dying), Adam Getgood (Periphery), Romesh Dodangoda (Funeral For A Friend, Sylosis) und Logan Mader (Gojira, Devildriver, Fear Factory) als kreatives, wie konstruktives Backup. Wer jetzt allerdings denkt, „Uprising“ wäre totproduziert worden, der irrt. Die Kompositionen brechen mit einer Urgewalt aus den Boxen, die besonders die Nachbarn freuen dürfte und jegliche noch so kleine Melodie wurde klar und differenziert eingefangen.

Nun, wenn es denn Melodien geben würde, denn die dritte Langrille der fünf Schotten ist kein Spaziergang im Zoo, sondern ein Ausflug in die musikalische Abteilung des London Tower. Hier werden kein Klargesang praktiziert oder zuckersüße Mädchenharmonien für spätpubertäre Jungs verkauft, hier schlagen Groove und Hardcoregeschrei direkt in die Magengegend („Colony“, „Nothing, no one, nowhere“, „Uprising“). Und wenn einmal so etwas wie eine Hookline oder ein versöhnliches Intermezzo praktiziert wird, dann kann man sich sicher sein, dass es alsbald von der tonnenschweren Produktion zu Mus zerstampft wird („III“, „Strive“, „Speechless“, „Devotion“). Dazwischen regiert die Axt im Walde und trotz häufiger Breaks und einer hervorragenden technischen Arbeit fällt es schwer, einen definitiven Höhepunkt auszumachen, da jeder Track für seine ihm zugewiesene Laufzeit Spaß macht, doch sobald er vorbei ist, hat man keine Ahnung mehr, wie er eigentlich geklungen hat.

„Als wir die Band gründeten, waren wir noch Teenager, die nichts anderes wollten, als in einer extremen Metalband zu spielen. Wir standen auf Pantera und Lamb Of God und wollten selbst Musik machen, die uns im selben Maße berührte. Große Ambitionen hatten wir nicht. Wir wollten einfach brutalen Metal spielen und mit unseren befreundeten Metalheads rumhängen!”, frohlockt Drummer Richardson und genau so hört sich das Endergebnis auch an. „Uprising“ ist der Wunsch von fünf Jungs, harte Musik zu produzieren, die allerdings weder die einprägsamen Momente einer Architects-Platte, noch das irre Tempo so mancher As I Lay Dying- oder Unearth-Scheibe oder den generell stumpfen, aber genialen Groove eines Carnifex-Outputs besitzt. Bleed From Within hacken einfach drauf los und finden´s geil. Wer also nicht mehr braucht als einen mit Stahlkappen überzogenen Tritt in die Eier, kann bedenkenlos zugreifen.

Anspieltipps:

  • Colony
  • Uprising
  • Devotion
  • Our Divide

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