Deez Nuts - Bout It - Cover
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Deez Nuts Bout It


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 32 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Partyfraktion von Sick Of It All und Agnostic Front schmeißt die dritte, große Sause.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an Methods Of Mayhem? Ja, genau die, die vor Veröffentlichung ihres zweiten Studioalbums „A Public Disservice Announcement“ (09/2010) die Fans aufgerufen hatten, an ihren Songs mitzuschreiben, was letztendlich in einer halbgare Nu Metal-Pampe gipfelte, die kaum jemanden interessierte! Doch Ex-Mötley Crüe-Gründer und Exmann von Pamela Anderson, Tommy Lee, hatte elf Jahre zuvor mit dem selbstbetitelten Debüt (12/1999), sowohl kommerziell als auch kreativ, wesentlich höhere Wellen geschlagen, die nun in kleinen Dosen im dritten Longplayer der australischen Hardcore Metal-Truppe Deez Nuts zu finden sind.

Angeführt vom Ex-I Killed The Prom Queen-Schlagzeuger JJ Peters, der für sein neues Projekt das Mikro in die Hand nahm, und seinen Mitstreitern Matthew Rogers (Gitarre), Jon Green (Bass) und Alex Salinger (Schlagzeug), hüpft der druckvolle New York-Hardcore, garniert mit Gangshouts, Raps, einer Riesenportion Selbstbewusstsein und dicken Hosen durch die Gegend, als ob hier ein aufgebrezeltes Methods Of Mayhem-Tribute am Start wäre. Natürlich verfolgt „Bout It“ vorrangig die Konventionen seines angestammten Subgenres und die goldene Regel „Je kürzer der Song, desto schneller das Tempo“ wird gnadenlos umgesetzt (man führe sich nur einmal die ein paar Sekunden dauernden Micronummern „What we eat don´t make you shit“, „I.D.K.W.Y.T.Y.A.B.I.K.W.D.G.A.F.A.Y.“ oder „True colors“ zu Gemüte), doch im Großen und Ganzen atmet das Material den dekadenten Mittelfinger der Limp Bizkit-Ära.

Die Themen behandeln nämlich nicht wie gewohnt soziale Missstände oder politische Korruption, sondern drehen sich verstärkt um die drei Kerntopics: Sex, Bruderschaft und Saufen. Dazwischen werden dem Hörer kleine Verschnaufpausen in Form von Konversationen oder Spoken Word-Einlagen gegönnt, deren Mehrwert jedoch meist gegen Null tendiert (in „Don´t act like you don´t already know“ geht es ums Bong rauchen und in „Public service announcement“ wird ausschließlich das Ego der Vierertruppe gestreichelt). Am besten sind Deez Nuts, wenn das Hardcore/Rap/Metal-Konglomerat wie eine Naturgewalt aus den Boxen bricht und stilvoll zum Saufen animiert („Shot after shot“) oder man die Freude am Feiern wie im mit Gastmusikern gespickten „Band of brothers“ physisch spüren kann. Nichtsdestotrotz wird die prollige Version von Sick Of It All sicherlich nicht jedem zusagen und eine gewisse Toleranzgrenze bzgl. Sex, Drugs and Rock´n´Roll ist ebenfalls Voraussetzung. Hat man diese beiden Punkte abgeklärt, steht der fetten Fete allerdings nichts mehr im Wege.

Anspieltipps:

  • Bout It
  • Keep On
  • Shot After Shot
  • Unfuckwithable
  • Streets Are Watching

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