The Everdawn - Poem: Burn The Past - Cover
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The Everdawn Poem: Burn The Past


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Erbe von At The Gates gebündelt in einer vorzüglichen Reise in die Jahre 1996 und 1997.

Als die schwedischen Melodic Death Metal-Pioniere At The Gates 1996 ihre Auflösung bekannt gaben, war der Aufschrei in der Szene groß. Die beiden anderen Teile des glorreichen Triumvirats gab es mit Dark Tranquillity und In Flames zwar noch, doch nach den beiden monumentalen Werken „Terminal Spirit Disease“ (07/1994) und „Slaughter Of The Soul“ (11/1995) wollte man einfach nicht wahrhaben, dass es ab sofort nur mehr zwei Bands gab, die den Geist der Schöpfung in sich weiterführen würden. Es sollte jedoch nicht allzu lange dauern, da keimte ein veritabler Nachfolger im Untergrund, der nur darauf wartete, von den Fans gepflückt und verehrt zu werden: The Everdawn.

Das erste Lebenszeichen war eine Demo namens „Opera Of The Damned“, die noch im selben Jahr der Auflösung von At The Gates Verbreitung fand. Ein Jahr später folgte dann mit „Poems - Burn The Past“ unter Invasion Records das Debüt und abgesehen von einem mittelmäßigen Strohfeuer verschwanden The Everdawn wieder in der Versenkung. „Wieso? Warum? Weshalb?“, möchte man am liebsten bei der sonischen Abrissbirne fragen, die gerade durch die Synapsen pfeffert. Die allesamt aufpolierten Kompositionen des Erstlings besitzen eine Spielfreude und atmen den Spirit ihrer allzu offensichtlichen Vorbilder, dass man fast glauben könnte, es handelt sich bei den acht Songs um die unehelichen Kinder von At The Gates.

Egal ob „Territory loss“ ungefragt den Schweiß aus dem Körper prügelt, „When the sunset forever fade“ mit einem Groove ans Werk geht, der in späterer Folge nur mehr bei Carnal Forge zur Perfektion gereift ist, „Where pain never dies“ mit erhabenem Songwriting um die Ecke zischt, dass die letzte Platte von In Flames nur mehr Staub sieht oder die donnernde Abreibung „Autumn, sombre autumn“ einen Refrain heraufbeschwört, der bei einer livehaftigen Darbietung zu mehr als nur Platzwunden fähig ist, hier sind mit Pierre (Gesang, Gitarre) und Patrik Törnkvist (Gitarre), Niklas Svensson (Bass) und Oskar Karlsson (Schlagzeug) vier Profis am Werk, die nicht nur bei ähnlich gelagerten Bands wie Gates Of Ishtar, Incineration oder The Moaning ihre Sporen verdient haben, sondern auch ziemlich genau wissen, worauf es bei einem schnellen, technisch makellos gespielten Melodic Death Metal-Track ankommt.

Als Bonus zu dieser gnadenlosen Wohltat spendiert Century Media noch die vier Songs der ersten Demo der Truppe, die allerdings nur wegen der leicht dumpfen Abmischung kleine Abzüge zu verzeichnen haben, denn dort geht es mit dem rockinfizierten „The everdawn“, den rasiermesserscharfen Bolzen „Nightborn“ und „The silent winter sky“, sowie dem auch auf „Poems - Burn The Past“ enthaltenen „Opera of the damned“ vier klassische Todesbleinummern, die jeder Anhänger von vorzüglich instrumentiertem und mit grandiosen Melodien gespicktem Metal kennen sollte. Und schon schmerzt die Auflösung von At The Gates ein bisschen weniger.

Anspieltipps:

  • Burn
  • Where Pain Never Dies
  • Autumn, Sombre Autumn
  • When The Sunset Forever Fade

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