Necrowretch - Putrid Death Sorcery - Cover
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Necrowretch Putrid Death Sorcery


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Schwarzes Todesbleigeballer für Oldschool-Fanatiker, die Demos ausnahmslos von Kassetten hören.

Oh Frankreich, du Land des lustigen Akzents und der saftigen Froschschenkel! Groß ist deine Artenvielfalt und klein dein Einfluss, wenn es um die Vorherrschaft in metallischen Angelegenheiten geht. Mit Necrowretch gibt es nun aber zumindest für die Hardcorepuristen, die keine Alben, deren Veröffentlichungsdatum nach 1995 angesetzt ist, in ihren CD-Player lassen, deftigen Nachschub. Als eine rasante Mischung aus Todesblei amerikanischer Prägung mit kratzigen Black Metal-Schreien wollen Vlad (Gesang, Gitarre), Amphycion (Bass) und Mörkk (Schlagzeug) den Metalkiddies dieser Tage nämlich zeigen, wo der Oldschoolhammer hängt.

„Ich fing mit Bands wie Iron Maiden an, als ich sieben war, weil mein Bruder Metal hörte, und entdeckte dann mit zwölf „Painkiller“ in seiner Sammlung und fand damals, dass es das schnellste und energetischste Zeug war, das ich je gehört hatte. Danach tastete ich mich an extremere Sachen ran, hörte viel Black Metal und stieß dann auf das erste Death-Album, welches mein Leben komplett umkrempelte und von dem ich auch heute noch völlig begeistert bin. An dem Tag schwor ich mir, wenn ich eine Gitarre in die Hand nehmen würde, dann nur um Gigs zu spielen und Leute zu treffen, die einen ähnlichen Spirit haben und um eines Tages mein eigenes „Scream Bloody Gore“ zu schreiben“, erzählt Mastermind Vlad, der sein Organ wie z.B. auf Marduks Debüt „Dark Endless“ mehr keifend, denn grunzend einsetzt.

Verschnaufpausen gibt es so gut wie gar keine und die Songs halten sich meist an das klassische Muster aus „kurzes Intro - rasantes Aufbäumen - pfeilschneller oder gedrosselter Mittelteil - knalliges Finale mit optionalem Solo“, wodurch Überraschungen größtenteils ausbleiben. Freunde saftiger Abreibungen dürfte das aber nicht weiter stören, sondern lediglich zu einem diabolischen Grinsen führen. Wer gerne wissen möchte, worum es in den elf Songs eigentlich geht und Angst hat, Necrowretch könnten über Arielle und Bambi singen, der kann beruhigt werden: „Die Texte sind nicht wie ein King Diamond-Opus angelegt mit einer ausgefeilten Story und verschiedenen Charakteren, aber dennoch geht es thematisch fast durchgängig um eine andere, verzerrte Realität, in der ein ehemaliger Priester namens „the necrowretch“ oder „the priest of doom“ durch die Welt streift, um Seelen zu pervertieren, anstatt sie zu retten.“ Kurzum: „Putrid Death Sorcery“ ist für alle, die ihren Death Metal am liebsten schwarz, hart und unerbittlich mögen und Demos von neuen Bands nur auf Kassette akzeptieren. Willkommen in 1987!

Anspieltipps:

  • Repugnizer
  • Spewed From Hell
  • Putrid Death Sorcery

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