Melted Space - Between - Cover
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Melted Space Between


  • Label: Totentanz/Plastic Head
  • Laufzeit: 35 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Glanzloser Opera Metal mit einer ganzen Wagenladung an Gaststars, unter anderem mit Liv Kristine (Leaves´ Eyes) und Ashmedi (Melechesh).

Der französische Musiker Pierre La Pape (Wormwood, Embryonic Cells) hat einen Traum: Er möchte Metal, Filmsoundtracks und elektronische Musik zusammenführen und einen ganz einzigartigen Stil erschaffen. Sein Debüt ist ein rein instrumentales Werk, das er 2009 aus eigener Tasche finanziert und veröffentlicht. Der Schauplatz dreht sich um Dante Alighieri, das Pendel von Foucault und die Sonne. Album Nummer 2 verfolgt einen anderen Zugang, versammelt eine Heerschar an Gastmusikern, die vorrangig der französischen Metalszene entspringen, und erzählt in ausufernden 81 Minuten auf „From The Space“ (03/2012) über die Bekanntschaften verschiedenster Götter des Olymp mit Engeln und Dämonen.

Bis ein vollwertiger Nachfolger geschaffen wurde, hat La Pape die Zeit gefunden, ein kleines Mini-Album auf die Beine zu stellen, das als Unterstützung ebenfalls Gastauftritte in Größe eines vollständigen Fußballmannschaftskaders um sich versammelt. Neben bekannteren Größen wie Liv Kristine (Leaves´ Eyes), Ashmedi (Melechesh) oder Adrien Grouset (Hacride) stammen die restlichen Teilnehmer erneut aus Frankreich, die Story handelt von der Romulus und Remus-Legende. Was auf dem Papier interessant klingt, hört sich anschließend jedoch mehr nach einer uninspirierten Aneinanderreihung bekannter Versatzstücke aus der Schublade des Symphonic Metal an.

Die männlichen Mitstreiter kotzen sich zwar pausenlos die grunzende Seele aus dem Leib, als ob sie einem Marduk-Wettbewerb beiwohnen würden, und musikalisch poltert es ebenfalls ganz schön, doch wirklich innovativ oder neu ist an „Between“ so gut wie gar nichts. Hier eine süße Klaviermelodie („Si vis pacem“) oder von einem Plastikorchester aufgeblasene Zwischenstücke („Return to the land of the forgotten“, „They were brothers“), da ein dramatischer Streicherteppich oder aufbegehrender Bläsersatz („Para bellum“), nebenan schwarzmetallische Eruptionen für einen kleinen Temposchub („Welcome to this world“), die sieben neuen Kompositionen versuchen alles, um relevant zu werden, kommen aber nicht gegen das gleichgültige Songkonstrukt an, das „Between“ entweder als überladenes Dauerfeuer oder liebloses Patchwork aus den Boxen brechen lässt.

Fans der teilnehmenden Gruppierungen haben, abgesehen von dem auf Liv Kristine zugeschnittenen Auftritt in „Dying legend“, ebenso keinen Grund zu feiern, denn seine Lieblinge kann man in dem aufgewärmten Symphonic Metal-Brei ohnehin nicht herausfiltern. Als Draufgabe gibt es noch drei Bonustracks vergangener Alben in akustischer oder opernhafter Ausführung, da die ausgestöpselten Versionen jedoch zu unaufgeregt vor sich hin plätschern („When I was a god“, „Dante´s memory“) und „War of the world“ seinen Operatic Mix mit überzogener Ernsthaftigkeit darbietet, bleibt Melted Space auch hier einiges an Mehrwert schuldig. Unterm Strich ist „Between“ ein makabrer Fanartikel ohne wirkliche Ambitionen.

Anspieltipps:

  • Dying Legend
  • Welcome To This World

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