Krisiun - Arise From Blackness - Cover
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Krisiun Arise From Blackness


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Technische Lehrstunde für Technikfanatiker und solche, die es noch werden wollen.

1992 jagten die Brasilianer von Krisiun ihre erste Demo durch den Äther und schoben kurz darauf eine Split-EP mit Violent Hate nach. Im nächsten Jahr folgte dann die Split-EP mit Harmony Dies und die Miniplatte „Unmerciful order“, bis 1995 der erste reguläre Longplayer namens „Black Force Domain“ im Laden stand und einem die Rübe von der Wirbelsäule drehte. Mit dieser Anfangsphase beschäftigt sich die Zusammenstellung „Arise From Blackness“, die die ersten veröffentlichten Tracks von Alex Camargo (Gesang, Bass), Moyses (Gitarre) und Max Kolesne (Schlagzeug) sowie dem Gitarristen Mauricio Nogueira (zu hören auf dem Material zu „Unmerciful Order“) und Saitenhexer Altemir Souza (auf „Curse Of The Evil One“ für rauchende Fingerkuppen zuständig) auf einer CD bündelt und damit ebay-Auktionen jenseits der 200€ einen Strich durch die Rechnung macht.

Passend zu den bereits 20 Jahre alten Todesbleiaufnahmen rumpelt und ächzt das Material trotz neuen Masterings ordentlich aus den Boxen, Sänger Alex hört sich stellenweise wie ein Elch beim Geschlechtsverkehr an und die Gitarren sägen größtenteils ein Loch in die Schädeldecke, während die Schlagzeugexzesse von Drummer Max noch am ehesten mit den Klängen einer handelsüblichen Felldreschmaschine zu vergleichen sind. Echte Hobby-Deathmetologen stört dies aber herzlich wenig. Stattdessen bilden sich beim Genuss der vorliegenden Scheibe schneller dunkle Flecken im Schrittbereich, als man „Oldschool“ sagen kann.

Bestimmte Tracks von „Arise From Blackness“ herauszunehmen wäre hingegen Unfug, vor allem da Krisiun schon in ihrer Anfangsphase ein dermaßen höllisches Tempo mit technischer Versiertheit anzubieten hatten, dass es besser ist, wenn interessierte Todesbleiforscher diesen Trip selbst unternehmen. Soviel sei jedoch gesagt: Alex und seine Mannen, die zum Zeitpunkt der Entstehung der vorliegenden Kompositionen gerade einmal ihre Zeit als Teenager hinter sich gelassen haben, machen ihrem Ruf als brutale und kompromisslose Death Metal-Truppe, die sich einen Dreck um Melodien schert und stattdessen lieber ein paar kinnladenherunterklappende Gitarrensolos vom Stapel lässt, alle Ehre. Kurzum: „Arise From Blackness“ ist ein besonders saftiger Leckerbissen für alle Retro/Oldschool-Todesbleifans!

Anspieltipps:

  • Infected Core
  • Sinner´s Scorn
  • Agonize The Ending

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