Marduk - Dark Endless (Re-Release) - Cover
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Marduk Dark Endless (Re-Release)


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die blasphemischste Band der Welt legt ihr Debüt (noch einmal) vor.

Mit welchem Material eine Band an den Start geht, ist oftmals ein Indiz dafür, in welchen Regionen ein Act wüten will. Die 1990 von Morgan Steinmeyer Hakansson gegründete Truppe Marduk wollte demzufolge die christliche Welt einfach nur brennen sehen. Kein Wunder, denn die erste veröffentlichte Demo aus 1991 nannte sich „Fuck Me Jesus“ und zeigte eine nackte Dame, wie sie sich gerade ein Kreuz in den Hintern oder ihre Vagina steckte, was aufgrund der Frontalansicht schwer zu entziffern war. Wohin, war für das Kruzifix aber ohnehin wurscht, da eigentlich nur die volle Aufmerksamkeit zählte, die Marduk mit dieser Tat bekommen hatten. Die Folge: „Fuck Me Jesus“ wurde aufgrund des expliziten Coverartworks in mehreren Ländern verboten und die Szene wartete gespannt, was da noch kommen möge.

Es dauerte nicht lange, bis Marduk einen Vertrag bei No Fashion Records unterzeichneten und ihren ersten Longplayer innerhalb von vier Tagen in den Hellspawn Studios einspielten. „Dark Endless“ war geboren. Das Material deckte sich zwar zum größten Teil mit Songs der berüchtigten Demo, doch der Sound erfuhr eine merkliche Verbesserung. Es gibt zwar Puristen, die das raue und kalte Klangspektrum von „Fuck Me Jesus“ bevorzugen, jedoch klingt die Zusammenarbeit von Hakansson (Gitarre), Andreas Axelsson (Gesang), Magnus Andersson (Gitarre), Rikard Kalm (Bass) und Joakim Göthberg (Schlagzeug) auf „Dark Endless“ durch die Einbindung eines zweiten Gitarristen und die wesentlich kompaktere Spielweise voller und satter.

Die Kompositionen sind aber ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Wie es sich für die Anfangsphase des Black Metal gehört, jagen hier Death Metal-Riffs in düsteren Kellergewölben nach Leichenteilen und werden dabei von schwarzmetallischen Schreien permanent angefeuert. Die fünf Schweden haben sich dabei jedoch nicht nur auf eine Gangart beschränkt, sondern feuerten schon damals aus unterschiedlichen Rohren. So atmet z.B. „The sun turns black as night“ modriges Doomgestein, „The funeral seemed to be endless“ springt über perfekt gesetzte Geschwindigkeitshürden, um seine christlichen Verfolger abzuschütteln, „The black…“ vollführt mehr taktische Haken als dem Vatikan lieb ist und „Holy inquisition“ groovt seelenruhig vor sich hin, bis der Hörer vor lauter Nostalgie mit Tränen in den Augen die Repeat-Taste drückt.

Als nett gemeinten Bonus hat Century Media ein paar Live-Tracks von 1991 und zwei Aufnahmen aus dem Proberaum von 1990 auf die Neuauflage von „Dark Endless“ gepackt. Nun, was soll man sagen? Vielen Dank, Century Media, aber wenn mein Nachbar nebenan sechs Löcher während jeweils 3 ½ Minuten in die Wand bohrt, hört es sich ähnlich an. Nichtsdestotrotz ist die Neuauflage dieses Klassikers für jeden, der nur ein bisschen was von Black oder Death Metal der alten Schule hält, ein absolutes Muss!

Anspieltipps:

  • The Black…
  • The Sun Turns Black As Night
  • The Funeral Seemed To Be Endless
  • Still Fucking Dead

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