White Lies - Big TV - Cover
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White Lies Big TV


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bombastischer BritPop mit hohem Keyboardeinsatz, der direkt für das Stadion gemacht zu sein scheint.

Die White Lies veröffentlichen ihr nunmehr drittes Studioalbum „Big TV“ und vertrauen darauf, nach dem Intermezzo mit Alan Moulder auf „Ritual“, (01/2011) wieder Produzent Ed Buller (Suede, Pulp, Ben Lee), der auch für das Debütalbum „To Lose My Life...“ (04/2009) verantwortlich zeichnete.

Geboten wird heuer bombastischer BritPop mit hohem Keyboardeinsatz, der direkt für das Stadion gemacht zu sein scheint. Dabei punkten die Balladen „First Time Caller“ oder „Change“ mit Harry McVeighs Stimme und leisten sich eine Menge künstlicher Klänge sowie Streicher, aber vor allem beim erstgenannten Track auch eine durchdachte Songstruktur, welche viel Gefühl verströmt und die nötige musikalische Abwechslung bietet. Darüber hinaus gibt es treibende Pop-Tracks, („Goldmine“, „Big TV“, „Be Your Man“), die das Markenzeichen der White Lies - Popmusik mit 80er-Jahre-Reminiszenzen - darstellen.

Auch wenn nicht gerade wenige Songs überproduziert klingen und dadurch sicher qualitativ leiden, enthält die Flut der sich aufdrängenden Musik einige Lichtblicke, die durch Eingängigkeit und kluge Kompositionskunst gefallen. „Tricky To Love“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass die White Lies ihr Handwerk beherrschen: Mit Gitarren und Synthesizer beginnt es verhalten, um sich dann im Tempo zu steigern und den hymnischen Refrain punktgenau abzuliefern. Zwischendurch wird ein kleiner instrumentaler Teil eingestreut, um dann wieder Fahrt aufzunehmen, damit der Refrain auch wirklich ins Gedächtnis eingeimpft wird. Dagegen wirken die Instrumentalstücke „Space I“ und „Space II“ etwas befremdlich, doch sie fangen den Geist des schier übermächtigen Keyboards auf diesem Album in einer Minute gut ein.

Es sieht so aus, als übertreiben es die White Lies mit ihrem überdimensionalen Synthie-Pop auch diesmal ein wenig. Sie besitzen zwar die Gabe, sehr schöne Popsongs zu komponieren und damit Futter für Hitparade und Radio zu liefern, doch ihr ausgewiesener Pathos-Pop ist nicht immer leicht zu greifen. Dabei sind die Songstrukturen und Arrangements nie eintönig und überraschen mit vielen Details, die den Briten so mancher Hörer gar nicht zutrauen würde. Und deshalb geht „Big TV“ als durchaus gelungenes Album durch.

Anspieltipps:

  • Big TV
  • Goldmine
  • Tricky To Love
  • First Time Caller

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