Worldfly - A World Gone Crazy - Cover
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Worldfly A World Gone Crazy


  • Label: Dramatico/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer Reinhard Mey covert und dabei klingt wie Reamonn, sollte eigentlich bestraft werden!

Der australischen Band Worldfly – aktuelles Line-up: Michael Maher (Gesang, Gitarre, Piano), Rebecca Harris (Cello) und Jarren Boyd (Drums) – wurde bereits im Zusammenhang mit ihrem 2009er Debütalbum „It’s Too Late For Turning Back“ eine große Zukunft in der internationalen Popmusik vorausgesagt, wenn sich der Band zum Beispiel eine größere Plattenfirma annehmen würde. Und siehe da: Nun kümmert sich das britische Independent-Label Dramatico Records (u.a. die Heimat von Katie Melua, Sarah Blasko, TD Lind und Florence Rawlings) um das Trio, das damit den nächsten Schritt auf der Karriereleiter macht und vielleicht wirklich in die Champions League des Pop aufsteigt.

Da Bandchef Michael Maher eine besondere Beziehung zu Deutschland pflegt (er lebte zehn Jahre hier und baute sich u.a. ein eigenes Tonstudio auf), hat er sich für das zweite Worldfly-Album eine kleine Besonderheit ausgedacht: Er vertonte den Reinhard-Mey-Klassiker „Über den Wolken“ aus dem Jahr 1974 neu und liefert damit einen schönen Tribut an seine zweite Heimat ab. Doch der Sound dieser Band ist definitiv nicht auf den Markt nur eines Landes beschränkt.

Schon der großartige Opener „Man on a mission“ ist ganz famoses Stadion-Pop-Kino in Coldplay-Dimensionen, dem Worldfly elf weitere Beispiele für Popmusik im Breitwandformat folgen lassen. Dazu legen sie große Melodieseligkeit à la Snow Patrol in ein Bett aus majestätischen Bläsern („Beautiful girl“) und Streichern („Calling out“), lassen flirrende U2-Gitarren aufheulen („Curve accelerating“) und schmachten mit Megaballaden um die Wette („Please go lightly “). Das ist große Kunst, die sich zwar nicht auf alle Tracks gleichzeitig verteilt, aber dem Debüt-Longplayer noch einmal einen künstlerischen Sprung hinzufügt.

Nur eines hätte es in der Tat nicht gebraucht: Die Coverversion von Reinhard Mey! Dass man in „Über den Wolken“ aufgrund des starken Akzents Michael Mahers nur sehr schwer den Text versteht, ist eigentlich nebensächlich und irgendwo auch lustig und charmant. Doch das neue, temporeichere Arrangement klingt leider wie aus der Giftstube des Radioquälgeists Rea Garvey (Reamonn). Und diese Vorstellung ist weder besonders sexy, noch kann das der richtige Weg für Worldfly sein. Deshalb gibt es einen Strafabzug in der B-Note. Ansonsten: Schönes, unbeschwertes Popalbum, Herr Maher!

Anspieltipps:

  • Please go lightly
  • Man on a mission
  • Curve accelerating
  • So what (it’s not the end of the world)

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