Franz Ferdinand - Right Thoughts, Right Words, Right Action - Cover
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Franz Ferdinand Right Thoughts, Right Words, Right Action


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Franz Ferdinand kehren nach langer Pause endlich mit neuen Songs zurück.

Franz Ferdinand, benannt nach dem vor einhundert Jahren ermordeten Erzbischof, sind mit einem neuen Album zurück und bringen mit diesem auch gleich eine neue Ideologie mit. „Right thoughts, right words, right action“ hat die Band ihr viertes Studioalbum benannt, das vier Jahre (auch ein gefühltes Jahrhundert) auf sich warten ließ. Wahrlich ehrenhafte Vorsätze also, deren politische Korrektheit zunächst überprüft werden muss.

Beginnen wir mit Vorsatz Nummer eins: „Right thoughts“. Mit den Gedanken ist das bekanntlich so eine Sache. So lange man sie nicht ausspricht, dürfen sie enthalten, was sie wollen. Franz Ferdinand scheinen sich jedoch die richtigen Gedanken gemacht zu haben, sind sie schließlich augenscheinlich zu dem Entschluss gekommen, dass die Zeit reif war für ein neues Studioalbum.

Vorsatz Nummer zwei beinhaltet das, was im ersten Vorsatz bereits formuliert wurde: Songtexte. Worte, die eingepackt in lyrische Akrobatik, seit jeher so wichtig sind für die Glasgower Band. Dem Ansatz des Covers folgend, beinhaltet die Gestaltung des Booklets weitere Schlagzeilen: Pharmacist, Analyst, Narcissist, Nemesis. Ob das die Charakterisierung der vier Bandmitglieder (Alex Kapranos, Nicholas McCarthy, Paul Thomson und Robert Hardy) darstellen soll, sei dahingestellt. Kryptisch ist es allemal und dadurch perfekt harmonierend mit den Lyrics der zehn Songs. Im Booklet abgedruckt besitzt es einen besonderen Reiz, Kapranos Stimme bildlich zu folgen, vor allem, wenn er Dinge bekundet wie: „We are fresh strawberries/(…)/Ripe, turning riper in the bowl/We will soon be rotten/we will soon all be forgotten“.

Sollten die Schotten den Vorsatz Nummer drei, die richtigen Taten, also die Veröffentlichung hörenswerter Alben, weiter verfolgen, müssen sie sich um das Vergessen ihrer so schnell keine Sorgen machen. Stilsicher wie eh und je präsentieren Franz Ferdinand die gewohnte Mischung aus Rock‘n‘Roll und Indie, ohne sich dabei auch nur einen Hauch untreu zu werden. „Don’t play pop music“, heißt es da im letzten Lied, „you know I hate pop music“ - und das ist auch gut so. Andernfalls würden Keyboard und Blasinstrumente, derzeit angenehm im Hintergrund hörbar, die bekanntlich aggressiv eingesetzte Gitarre und das zyklisch einnehmende Schlagzeug an Präsenz und Franz Ferdinand an Authentizität verlieren.

So aber bleibt alles beim Alten und bietet kaum Grund zur Beschwerde. Lediglich die kurze Dauer von 35 Minuten, die dem Warten von vier Jahren nicht gerecht werden will, sowie das Fehlen eines echten Hits (die Single „Right Action“ ist gut, aber nicht gut genug) und der obligatorischen Ballade (auch, wenn „The Universe Expanded“ an die Balladentür klopft), dürfen als Schattenseiten des ansonsten munteren Albums gewertet werden. Aber folgen wir doch einfach Kapranos Aufruf zur „Love illumination“ und sind zufrieden mit dem, was wir haben: die vier Schotten haben unsere Liebe verdient.

Anspieltipps:

  • Right action
  • Love illumination
  • Stand on the horizon
  • The universe expanded

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7/10

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