Sleeperstar - Blue Eyes EP - Cover
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Sleeperstar Blue Eyes EP


  • Label: Harbour Records
  • Laufzeit: 22 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Sehr britisch klingender Indie-Pop von einer Band aus den USA.

Das Fernsehen und seine Serien besitzen eine Macht, die nicht zu unterschätzen ist: Viele Bands haben schon davon profitiert, dass gerade ihr Song für eine Serie als Titelmelodie oder als Untermalung einzelner Szenen ausgewählt wurde. Ob Death Cab For Cutie in „O.C. California“ oder Snow Patrol in „Grey's Anatomy“, die Liste der durch weltweite TV-Ausstrahlungen geförderten Bands scheint endlos zu sein.

Auch Chris Pearson, Nick Box, Shaun Menary, Jake Lester und Geoff Ashkraft von der aus Dallas stammenden Band Sleeperstar war dieses Glück beschieden. Ihre Single „I was wrong“ brachte sie mittels der angesagten Serie „Vampire Diaries“ an das Licht der Öffentlichkeit. Nach ihrem nur in der Heimat beachteten Longplay-Debüt „Just Another Ghost“ aus dem Jahre 2010, gibt es nun als musikalischen Appetithappen eine EP mit sechs neuen Songs, welche die Wartezeit bis zum im Herbst 2013 erscheinenden zweiten Longplayer verkürzen soll.

Es klingt immer ein wenig verträumt, wenn die Musiker ihre eingängige Popmusik mit den locker eingestreuten Rock-Elementen vortragen. Die weiche und einschmeichelnde Stimme von Chris Pearson veredelt dabei gekonnt die sechs Tracks der EP, wobei „Hold on“ gerade einmal 58 Sekunden Spielzeit verbuchen kann. Somit lohnt nur bei fünf Songs eine detaillierte Betrachtung: „Replay“ vereint sanften Gesang, Piano, Gitarren- und Schlagzeugklänge in radiotauglicher Dosis sowie einem amtlichen Ohrwurmrefrain zu einem gefälligen Track. Das zweite Stück, „Sparks“, gibt sich etwas rockiger. Hier dominiert nach einem zwischenzeitlichen Tempowechsel die emotionale Energie von Chris Pearsons Stimme. In die gleiche Alternativ-Rock-Kerbe schlägt auch „Love again“, allerdings ohne so richtig zu überzeugen, und „Call It What It Is“ scheut sich nicht, die balladeske, emotionale und poppige Facette der Band noch mehr zu betonen.

Nach dem erwähnten kurzen Zwischenspiel „Hold on“, das hauptsächlich aus gewohnt zartfühlendem Gesang, kombiniert mit Akustikpop, der eine leichte Keyboarduntermalung erhalten hat, besteht, folgt der Titelsong „Blue Eyes“, der es nochmal wissen will: Zu sanften Pianoklängen nimmt der Frontmann jeden Hörer mit auf die musikalische Reise, der vor solchen emotionalen Klängen keine Angst hat.

Am Ende ist klar, dass Sleeperstar musikalisch nicht Neues erfinden, sondern auf die altbewährte emotionale Schiene setzen. Ihre Musik weckt Assoziationen zu Acts wie U2, Coldplay, Snow Patrol oder The Fray, allerdings ohne deren Klasse zu erreichen. Dazu fehlt die Unverwechselbarkeit der erwähnten Bands und auch echte Eigenständigkeit muss man auf dieser von Gregg Dunham produzierten EP lange suchen. Bleibt also nur zu hoffen, dass Sleeperstar ihr kommendes Album mit Songs anreichern, die sich von den bekannten Größen der Popmusik besser abgrenzen und eigenständiger klingen. Sonst wird der internationale Durchbruch wohl ein Traum bleiben.

Anspieltipps:

  • Replay
  • Call it what it is
  • Blue Eyes

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