Suidakra - Eternal Defiance - Cover
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Suidakra Eternal Defiance


  • Label: AFM Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Hervorragend in Szene gesetztes Folk/Melodic Death Metal-Gebräu aus der Monheimer Qualitätsschmiede.

Da fragte man sich vor zwei Monaten noch, wie Finntroll es bei einem Stand von sechs Longplayern jedes Mal aufs Neue schaffen, dermaßen irrwitzige Ideen in glaubwürdige Songs zu packen, ohne qualitative Einbußen zu erleiden, und plötzlich biegen Suidakra mir nichts, dir nichts mit dem elften Studioalbum in gerade einmal 16 Jahren um die Ecke. Kenner der Band wissen, die Pagan Metal-Pioniere haben ihren Fans noch keine einzige miese Platte vorgesetzt und nachdem mit „Crogacht“ (02/2009) der Höhepunkt erreicht war, legten Mastermind Arkadius (Gesang, Gitarre, Keyboard, Banjo), Jussi (Gitarre), Tim (Bass) und Lars (Schlagzeug) zwei Jahre später kurzerhand das ebenbürtige „Book Of Dowth“ (03/2011) nach.

In der gleichen Zeitspanne ist auch „Eternal Defiance“ unter Mithilfe von Sängerin Tina Stabel, Dudelsackspieler Axel Römer und Covergestalter Kris Verwimp entstanden, das „die einzigartige Mischung aus melodischem Death Metal, traditionellen Heavy Metal-Einflüssen und keltischen Folk-Elementen“ auf die nächste Ebene heben soll. Angesiedelt in der walisischen Erzählung „The Dream Of Macsen Wledig“ über einen römischen Kaiser Mitte des 4. Jahrhunderts hört man dementsprechend Folkinstrumente und Melodien, die verschiedenen Traditionals der grünen Insel entsprungen sein könnten. Damit hört es für Suidakra aber noch lange nicht auf, denn abgesehen von den kratzigen Growls trägt auch der andächtig dargebrachte (männliche, wie auch weibliche) Klargesang zur Atmosphäre des Longplayers bei.

Das anfangs spärlich gekleidete, in akustische Gewänder gehüllte „The mindsong“ versteht sich z.B. als imposante Reise in eine Zeit, als noch fahrende Sänger von Burg zu Burg wanderten, das Instrumental „Storming the walls“ würde jedem Hollywoodblockbuster mit Fantasy-Setting hervorragend zu Gesicht stehen, mit „Pair dadeni“ verbinden die Monheimer auf exzellente Art und Weise treibendes Todesblei mit satten Dudelsackmelodien, „March of conquest“ marschiert hymnisch und mit stolzer Brust in die Schlacht und mit „Dragon´s head“ ist Suidakra ein kleines Epos gelungen, welches das Kopfkino angenehm beflügelt. Weniger eindrucksvoll gebärden sich hingegen die reinrassigen Melodic Death Metal-Nummern „Inner sanctum“ und „Defiant dreams“. Hier wird zwar alles souverän kurz und klein gehackt, aber deutliche Unterscheidungen zu den restlichen Folk-trifft-Todesblei-Vertretern gibt es kaum, wodurch die beiden Kompositionen das qualitative Mittelfeld bevölkern.

Über jeglichen Zweifel erhaben ist dafür der Bonustrack der Erstauflage, wegen dem es sich wirklich lohnt, schnell zuzugreifen. „Mrs. McGrath“ klingt nämlich nicht nur so, als ob der Track an eine irische Ballade angelehnt ist, „Mrs. McGrath“ IST eine durch und durch authentische, mit Banjo, Fidel, Gitarre, einem Spritzer Metal und gänsehautförderndem Gesang von Sängerin Tina dargebotene irische Ballade. Mit dem Unterschied, dass sie eben in Deutschland und nicht auf der grünen Insel geschrieben wurde. Damit bleiben Suidakra ihrer makellosen Bilanz treu und empfehlen sich ein weiteres Mal als Gütesiegel für hochwertigen Metal aus deutschen Landen.

Anspieltipps:

  • Pair Dadeni
  • Mrs. McGrath
  • The Mindsong
  • Dragon´s Head

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