Front Line Assembly - Echogenetic - Cover
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Front Line Assembly Echogenetic


  • Label: Dependent/ALIVE
  • Laufzeit: 59 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Was schon bei Korn nicht klappte, gelingt auch Front Line Assembly nicht.

Front Line Assembly wollen zurück zu den Wurzeln. Elektronische Musik soll ihren Industrial-Metal wieder zeichnen, ohne dass die Härte verloren gehen soll. Das ruft finstere Erinnerungen an Korns „Path of Totality“ wach. Zwar verlassen sich Front Line Assembly nicht auf fremde Produzenten, sondern schreiten selbst zur Tat, doch das Ergebnis ist genauso wenig vereinbar, wie schon bei den ehemaligen Nu-Metalern.

Auch im Falle von Front Line Assembly ist natürlich nicht alles schlecht. Und im Vergleich zu „Path of Totality“ wirkt „Echogenetic“ auch eher aus einem Guss. Das Album weiß genau, wo es hin will und ergießt sich in nicht in verrückten Experimenten. Der Sound ist industriell, aber nie wirklich hart. Die dem DubStep entliehenen Beats dürfen sich nie komplett entfalten und den Tanzboden aufwischen, da man für eingestreute Vocals Platz machen muss, die bei aller Audiotrickserei nie so wirklich miteinander harmonieren wollen.

Da bringt es nichts, dass die Stimmung des Album sich von Song zu Song trägt und von instrumentellen Stücken wie dem Opener „Resonance“ immer wieder angenehme Ruhepausen und Freiräume bekommen. Denn was sich zwischen diesen Freiräumen abspielt ist immer wieder die gleiche und nie zündende Leier. Bei im Durchschnitt stets die fünf Minuten knackenden Marken der Lieder, ist das Trauerspiel aus zurückgehaltenen Beats und halbherzig geschrienen Zeilen umso repetitiver und wird schnell zur trägen Samplernummer für überlange Web-Videos, die man mit hartem, aber nicht zu hartem Industrial unterlegen möchte.

„Echogenetic“ bietet die komplette Spielzeit über nichts, was den Hörer wirklich fesselt. Anstatt einer harmonischen Mischung wird hier inzwischen schon wieder veralteten Trends hinterhergerannt. Dass dabei die vielen Dubstep-Einschübe mit schuldig sind, merkt man frühzeitig ohne, dass sich das Album bis zum Schluss bessert. So ist das Cover des Albums sinnbildlich zu verstehen. Der Musiker selbst und sein Schrei werden von der elektronischen, unregulierten Masse erdrückt und das Ergebnis erinnert an Kupfergießen zu Silvester, statt Genre übergreifender Kunst.

Anspieltipps:

  • Resonance
  • Ghosts

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