Ramming Speed - Doomed To Destroy, Destined To Die - Cover
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Ramming Speed Doomed To Destroy, Destined To Die


  • Label: Prosthetic Records
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Solch unbeschwerte Keilereien lassen dem Extrem-Metaller keine Wünsche offen.

Extreme Spielarten des Metals haben Hochkonjunktur und erfreuen weltweit ihre Fans. Ramming Speed aus Boston, Massachusetts, wissen dies anscheinend ganz genau und mischen daher in der Manege der Böswatz-Metaler ordentlich mit. Erfolge konnten Peter Gallagher (Gesang), Ben Powell (Bass), Jonah Livingston (Schlagzeug), Kallen Bliss und Blake Charlton (beide Gitarre) ebenfalls schon einfahren und sich einen stetig wachsenden Fankreis sichern. Nach dem Debüt „Brainwreck“ (2008), zwei EPs und einer Split mit A.N.S., hat man sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht und spielt den Nachfolger „Doomed To Destroy, Destined To Die“ ein. Die fünfköpfige Band spielt dabei mehr mit der Ästhetik des 80er-Bay-Area-Thrashs als je zuvor, ist letztendlich aber sehr viel mehr. Ramming Speed lassen sich keine Grenzen setzen und pflügen heiter das Extreme-Metal-Feld um - das erweist sich als wahrer Glücksgriff für die noch junge Band.

Ein wenig Oldschool-Thrash, ein wenig Hardcore-Punk, ein wenig Death Grind und ein wenig NWoBHM - fertig! Und eins sollte klar sein: Wenn Ramming Speed aufspielen und die verschiedensten Spielarten abgrasen, ist das nichts für Zartbesaitete. „Doomed To Destroy, Destined To Die“ macht definitiv keine Gefangene und haut dem Hörer von der ersten bis zur letzten Sekunde die Fresse zum Kotelett. Das Quintett geht allerdings intelligenter als so manch andere Genrevertreter vor und behält stets den Überblick. Ja, Ramming Speed sind pfeilschnell. Und ja, Ramming Speed sind hart. Aber Ramming Speed übertreiben es auch nicht. Monotonie oder Brutalität aus Notwendigkeit gibt es auf „Doomed To Destroy, Destined To Die“ nicht. Dafür haben die Bengel einen unbändigen Suicidal Tendencies-Groove für sich gepachtet („Grinding Dissent“, „Anthems Of Despair“), den sie mit Hochgeschwindigkeits-Geknüppel würzen. Die hauptsächlich in Gefilden des 80s-Thrash angesiedelten Songs treten nicht auf der Stelle und vereinen Grind-Chaos („Cretins And Cowards“, „Gorgon's Eye“) mit angeschwärzten Hotelzimmerverwüstungen in den Pensionen Venom sowie Sodom („Ashes“) und Death-Blasts („The Rhetoric Of Hate And Other Examples Of Wildly Unchecked Ignorance “). Damit betreten Ramming Speed sicherlich auch kein Neuland mehr, wissen aber ganz genau, wie man mehrere Stile organisch miteinander verbindet. Unterschiedliche Zielgruppen dürfen gemeinsam moshen und haben gleichermaßen viel Spaß.

Melodische Akzente setzen sie besonders zum Ende des Longplayers. „Extinction Event“, „Dead Flags“ sowie der Opener und Titeltrack lockern mehr als die restlichen Kompositionen mit NWoBHM-Harmonien im Stile von Maiden, vielmehr aber von Diamond Head, auf. „Under The Monolith“ ist gar ein schmutziger, Motörhead'scher Death 'n' Roller. „Hollow Giants“, mit knapp fünf Minuten Spielzeit der längste Song des Albums, hingegen drosselt das Tempo und ist trotz der abermals gebotenen Rüpelhaftigkeit der Kombo zähflüssig wie Lava, elegisch, streng klimatisch aufgebaut. Candlemass oder die Hochsee-Doomster von Ahab lassen hier grüßen - selbst die kleine Prise Melancholie oder Bombast können sich Ramming Speed nicht verkneifen und entwickeln sich von Straßenschlägern zu Hypnotiseuren.

Wäre die Band eventuell im Doom Metal besser aufgehoben? Vielleicht. Bitte, bitte künftig mehr davon! Dennoch liegt Ramming Speeds Fokus auf brachialer Härte, Riffgewitter, Doublebass und Thrash-Soli. Besonderes Lob geht dabei an Frontmann Peter Gallagher, der mit Screams, Growls und Gruntings gleich dreifach widerlich daherkommt und auf „Doomed To Destroy, Destined To Die“ für das kleine bisschen Abwechslung extra sorgt. Insgesamt ist also das, was Ramming Speed dem Hörer bieten wollen, genau richtig. Der Ritt durch die verschiedenen Schulen des Extreme Metals macht enorm Laune, ist rotzfrech, unbekümmert und beinhart. Die fünf Metaler setzen so nach einem eher durchwachsenem Debütalbum eine erste Duftmarke und haben durchaus das Zeug dazu, das Feld von hinten aufzurollen und sich zu zukünftigen Genre-Helden zu mausern.

Anspieltipps:

  • Hollow Giants
  • Doomed To Destroy, Destined To Die
  • Grinding Dissent
  • Gorgon's Eye
  • Ashes
  • Extinction Event
  • Dead Flags

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