Rose Windows - The Sun Dogs - Cover
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Rose Windows The Sun Dogs


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Psychedelischer Folk klingt eben doch öfter wie ein Hangover, als wie eine Offenbarung.

Rose Windows aus Seattle hatten eine an und für sich gute Idee. Eine Mischung aus Folk-Musik und Psychedelic-Rock. Bei einer exakten Mischung wäre das Ergebnis einfach Krautrock, doch mit der Ambition, echte Sätze (wie z.B. eine „Coda“) einzustreuen und mystische Hymnen zu schaffen, scheint das Projekt etwas anderes als bloßer Krautrock. Wobei sich natürlich die Frage stellt, was denn bitte an gutem Krautrock verkehrt ist.

Die Antwort auf diese Frage werden Rose Windows auf „The Sun Dogs“ nicht beantworten. Ihre Ausflüge in das verrückte Genre sind entweder qualitativ eher dem unteren Mittelfeld zuzuordnen („Native Dreams“) oder lediglich Einschübe in ein größeres Ganzes („Walking With A Woman“). Die wirklichen Großtaten der Band zeigen sich in den beiden Teilen des Titeltracks. „The Sun Dogs“ Part I und II strotzen vor tollen Arrangements und dass es nicht immer gleich sechs- bis neunminütige Brocken sein müssen, beweist vor allem das vielschichtige „Heavenly Days“.

Wie bereits angedeutet, nehmen sich Rose Windows oftmals zu viel Zeit. „Native Dreams“ gibt nicht genug für die überlange Rocknummer her und „Walking With A Woman“ und „This Shroud“ scheinen schlichtweg so lang geraten, weil man das eben so macht, wenn man psychedelische Musik macht. Es fehlen die Ideen, die Tiefe und die einfangenden Motive, wie sie der Opener und der Closer doch offenbaren. Gerade aufgrund dieser gewollt pompösen Nummern geht der Mittelteil ein wenig unter. „Indian Summer“ klingt als drittes langsames Lied in Folge nicht mehr mitreißend und beschränkt sich letztlich zu sehr auf Spaghetti-Western-Indianer, anstatt auf die fantastischen Gesangsspuren in der zweiten Hälfte des Songs.

Der Hang zum Psychedelic-Rock stellt sich oftmals den wirklich guten Einfällen der Band in den Weg und nimmt dem Album den möglichen Fluss, den die genannten Höhepunkte erahnen lassen. Wenn „The Sun Dogs II: Coda“ das Album schließt und der Hörer sich an die passenderen Momente des Albums erinnert, dann zeigt sich tatsächlich das Bild einer Fensterrose, die aus vielen Einzelteilen ein Kunstwerk ergibt. Aufgrund der verkrampften Suche nach Spiritualität bleibt es dabei allerdings bei einem nett anzuhörenden, aber klar unvollendeten Klangmosaik.

Anspieltipps:

  • Heavenly Dreams
  • The Sun Dogs I: SpiritModules
  • The Sun Dogs II: Coda

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