Selena Gomez - Stars Dance - Cover
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Selena Gomez Stars Dance


  • Label: Hollywood Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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1.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Biddy bum, biddy bum, biddy bay / Rum pa pa pam pa, rum pa pa pam pa“.

Mit zunehmendem Alter wächst die Verantwortung. - Diese leicht abgewandelte, schmerzlich zutreffende Binsenweisheit, die Comic-Held Spiderman bereits mehrmals lernen musste, ist der am 22. Juli 1992 geborenen Selena Gomez wohl noch nicht ganz bewusst. Fein, sie hat ihre Pseudo-Begleitband The Scene, mit der sie zwischen 2009 und 2011 drei Alben aufgenommen hat, endlich in den Wind geschossen und mit „Stars Dance“ erscheint somit das eigentliche Debütalbum der frisch gebackenen 21-Jährigen, doch musikalisch bedeutet das lediglich einen weiteren Rückschritt in Richtung Belanglosigkeit. Aber was erwartet man auch von jemandem, der bereits seinen Rücktritt aus dem Musikgeschäft angekündigt hat, sich ausschließlich auf seine Hollywoodkarriere konzentrieren wollte („Springbreakers“, „Behaving Badly“, „Getaway“) und dem Hörer nun sämtliche Refrains in Babysprache vorlegt?

Mit dem grenzdebilen Kindergarten-Händeklatscher „Birthday“ eröffnet Selenita immerhin mit einer kleinen Sensation: Man wird aufgrund der strunzdummen Endlosschleife des Openers nämlich auf ein dermaßen niedriges Niveau geeicht, das einem die nachfolgenden Tracks ohne großes Zutun wie Meisterwerke erscheinen, obwohl diese trotz einer ganzen Armada an Produzenten und Songschreibern (u.a. Stargate, Rock Mafia, Desmond Child, Dreamlab, Ester Dean, Freddy Wexler, Antonina Armato) nicht einmal ein Schulterzucken wert sind und bestenfalls als Resteverwertung für Britney Spears-, Will.I.Am-, Rihanna- oder Katy Perry-Songs gewertet werden können. Es dauert jedenfalls nicht lange, bis sich der Hörer in einem Stadium befindet, bei dem die Hoffnung auf zumindest einen gelungenen Track alsbald in pure Verzweiflung umschlägt.

Dabei kann Selena nicht vorgeworfen werden, einfallslos vorzugehen, denn neben düsterem Dubstep („Stars dance“), plattem Dancehall („Like a champion“), exotischen Banghra-Beats („Come and get it“) und 90er-Jahre-Electrogezappel aus dem Glücksbärchiland („Save the day“) sind es vor allem die stark House-orientierten Kompositionen wie „B.e.a.t.“ mit wummerndem HipHop-Tieftöner, die beiden Bumsbienen „Forget forever“ und „Write your name“, sowie der prollige David Guetta-Verschnitt „Undercover“, die klingen, als würde unter der protzigen Schale irgendwo ein netter Popsong stecken, dessen Erforschung wohl zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Dem Himmel sei Dank gibt es mit „Love will remember“ wenigstens eine Coldplay-trifft-OneRepublic-Ballade, die sich als nicht weniger als eine katastrophale Schlaftablette darstellt, die sich Til Schweiger unbedingt für den Soundtrack zu „Dreiohrfrosch“ vormerken sollte.

„Stars Dance“ markiert auf jeden Fall einen wichtigen Punkt im Leben von Frau Gomez und dieser nennt sich „Musik veröffentlichen, um wenigstens irgendwie im Gespräch zu bleiben“, denn keine einzige Faser an ihrem Solodebüt versprüht Kreativität oder wäre essentiell für das alltägliche Musikgeschäft. Für den Kindergeburtstag bei McDonalds könnte ihr Erstling aber gerade noch reichen, schließlich dürfte es keinen besseren Platz für ein Fließbandprodukt wie „Stars Dance“ geben als in der prozessgesteuerten, emotional ausgetrockneten Umgebung einer Fast Food-Kette.

Anspieltipps:

  • Stars Dance
  • Come And Get It

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