Jacob Bellens - The Daisy Age - Cover
Große Ansicht

Jacob Bellens The Daisy Age


  • Label: Wind Some Lose Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Erstes Soloalbum des dänischen Singer/Songwriters mit melancholisch-schönen und facettenreichen Songs.

Der dänische Singer/Songwriter Jacob Bellens schreibt bereits seit seinem 13.Lebensjahr Songs und selbst während des Tourens feilt er immer wieder an neuen Kompositionen und Ideen. Er ist wichtiger Bestandteil zweier Bands (Murder und I Got You On Tape), mit denen er insgesamt sieben Alben eingespielt hat. Dabei hat er mit Murder das Meisterwerk „Gospel Of Man“ (2010) veröffentlicht. Nun hat er mit über 20 Musiker-Kollegen sein Solo-Debütalbum „The Daisy Age“ aufgenommen, das Anders Christophersen produziert hat. Wobei die Musiker-Anzahl auf ein opulentes, bombastisches Werk schließen lässt, was sich letztlich als Trugschluss herausstellt. Vielmehr fanden Bellens und seine Begleiter facettenreiche Arrangements für diese 12 Songs.

Wer die Melancholie von Murder kennt, der wird diese auch auf Bellens‘ Solodebüt wiederfinden, desgleichen seine unverwechselbare Stimmfärbung, die auch diesem Album Originalität und Intimität verleiht. Manchmal erzeugt er mit seinem Gesang eine heisere, schwermütige Poesie, zeitweise verfällt er in ein nahezu gebrochenes Timbre, das einen mitten im Herzen trifft.

Beim Einstieg „Heart Of Africa“ fallen Streicher (synthetisch erzeugt?) wie fahles Sonnenlicht in einen dunklen Raum, in dem Bellens seine Stimme wie ein Prediger erhebt. Ähnlich phrasiert er auf dem folgenden „Comedy Club“, das mit fein gezeichneten Keyboardlinien, hallenden Stromgitarren und einem verhalten pochenden Rhythmus ausstaffiert wird. Hin und wieder werden Bläser eingesetzt, die atmosphärische Klangfarben malen und akustische Gitarren, die wie feine Bleistiftskizzen wirken.

Die Songs folgen keinen üblichen Schemata, sondern verlaufen wie sanfte Wellen, die sachte über einen feinkörnigen Sandstrand streichen. Melodien, die sich zunächst hinter den Schleiern der Arrangements verbergen, sich nach und nach auf leisen Sohlen Gehör verschaffen. Der behutsame Einsatz von Electronica, wie z.B. auf „Jamboree“ und „Bubbles Of Hysteria“, mischt einige wenige positive, geradezu heitere Noten unter, die der Gesamtstimmung nicht schaden. Viele Passagen deuten nur an, schaffen Freiräume für die Fantasie des Hörers, verleihen den Songs einen geheimnisvollen Schein. Andere gehen eine kontrollierte Offensive an, als Beispiel sei hierfür „Champion Sounds“ aufgeführt, bei dem sogar gepfiffen wird.

Selten wird ein so poetisches Piano wie auf „Eight Arms To Hold You“ eingesetzt, das an die kongenialen Landsleute Dangers Of The Sea mahnt. Dagegen fällt das offensichtlich optimistisch-melodische „Around The World“ etwas aus dem Album-Rahmen. „Tricks Of The Trade“ und „End Of The Needle“ lassen den Songreigen in melancholischer Schönheit ausklingen. Jacob Bellens erweist sich einmal mehr als Singer/Songwriter erster Güte, der auch als Solokünstler überzeugt.

Anspieltipps:

  • Heart Of Africa
  • Only For The Lonely
  • Champion Sounds
  • Eight Arms To Hold You
  • End Of The Needle

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8.5/10

Rough And Rowdy Ways
  • 2020    
Diskutiere über „Jacob Bellens“
comments powered by Disqus