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Wax Continue...


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 65 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt nichts, was es nicht gibt! Zum Beispiel: Ballermann- und Oktoberfest-tauglicher US-HipHop.

Dem Rapper und Produzent Michael Jones alias Wax (32) ist nach Kollaborationen mit Herbal T, EOM und Dumbfoundead auf seinen ersten drei Alben zwischen 2006 und 2010 mit der Single „Rosana“ erstmals ein Hit gelungen, der sicher auch seinem aktuellen Werk „Continue...“ einen Schub verpassen wird. Denn sein in den USA bereits im Januar 2013 veröffentlichter vierter Longplayer schickte sich erneut an, es seinen Vorgängern nachzumachen und ohne großes Aufsehen zu versanden. Doch mit „Rosana“ ist dem MC aus Los Angeles ein potenzieller Ballermann- und Oktoberfest-Knaller gelungen, der den kurzzeitig beim Kultlabel Def Jam unter Vertrag stehenden Amerikaner (allerdings ohne etwas bis auf zwei Mixtapes darauf zu veröffentlichen) auf einen Schlag auch außerhalb der Generation YouTube bekannt machte.

Die Grundlage von Wax‘ aktueller Musik ist im HipHop und Rap beheimatet. Doch der 32-Jährige verfolgt nicht etwa den „politisch korrekten“ Weg eines Rappers mit derber Straßenvergangenheit und mindestens einem halben Dutzend Genrekollegen als Gästen im Schlepptau. Wax greift vielmehr auf humorige Raps (bzw. das, was er dafür hält...), poppige Melodien und griffige Gitarrenriffs zurück, die er in einer Zeit als Sänger und Gitarrist der Band MacGregor aufgesogen hat. Daraus resultiert ein musikalischer Stil in der Schnittmenge aus Eminem, Sublime und den Beastie Boys.

Dass „Continue...“ ohne einen „Parental Advisory Explicit Lyrics“-Sticker auskommt, ist gewagt, denn auch Wax palavert von Pussies, Assholes, Dickheads, Bitches und Cunts. Doch vielleicht handelt es sich dabei nur um einen kleinen Trick, um das Album besser außerhalb der HipHop-Community vermarkten zu können. Denn mit seinen Zutaten aus Rap-Rock („Get it in“), Pop („We can’t all be heroes“), Dub („Continue“), Reggae („What’s your vice?“), Dance („Dreamin“) oder auch 80er Jahre Old-School-Style („I ain’t a real man“) ist „Continue...“ eine wahre Stil-Wundertüte geworden, die genau deshalb nicht jedermanns Sache sein wird.

Es scheint fast so, als wolle Wax vom Schlager-Fanatiker bis zum Gangsta-Rapper alles und jeden bedienen, was natürlich nur bedingt funktionieren kann. Er macht seine Sache zwar meistens recht geschickt, rutscht aber auch das eine oder andere Mal auf Bierzelt-Niveau ab („Rosana“, „Toothbrush“, „She used to be mine“). Das sind die Momente, in denen es „Continue...“ dem Hörer besonders schwer macht. Doch auch so wirkt das Album zerfahren und stellenweise arg konstruiert, womit es sich breitarschig zwischen alle Stühle setzt.

Anspieltipps:

  • Rosana
  • Tomorrow
  • Lewis and Clark
  • Straight to paradise
  • We can’t all be heroes
  • I ain’t a real man (Remix)

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