Pokey LaFarge - Pokey LaFarge - Cover
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Pokey LaFarge Pokey LaFarge


  • Label: Third Man Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
3.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Pokey LaFarge erinnert uns an eine Zeit mit Hank Williams und hawaiianischen Steel Guitars.

Die amerikanischen Farben prangen auf der Homepage und heute eher ungewöhnliche Instrumente wie Oboen sorgen schnell dafür, dass man sich von Pokey LaFarge in eine andere Zeit zurückversetzt fühlt. Fernab von heutigen Abarten amerikanischer Folk-Musik geht LaFarge der Roots-Musik entsprechend zu den Wurzeln zurück. Es überrascht kaum, dass ausgerechnet Jack White der Förderer Pokeys ist. Was sich bei den White Stripes oft nur andeutete, wird hier ohne moderne Zwischentöne vorgetragen.

Ohne fette Beats dürfen sich Waschbretter, Mundharmonikas und besonders die Akustikgitarre ganz frei austoben, während über den Mississippi River, den Teufel und schöne Mädchen aus Kentucky gesungen wird. LaFarge scheint überzeugt, dass man Roots-Musik gar nicht erst in die Jetztzeit holen sollte, wenn man dem Genre treu bleiben möchte. Das bedeutet im Fall dieses Albums zudem, dass man lediglich Originale gecovert hat und leider darauf verzichtet, einen eigenen Beitrag zum Genre zu leisten. Diese Tatsache lässt aus einem ambitionierten Projekt einen netten Tribut werden, was allerdings nicht viel mehr als ein Wermutstropfen ist.

Ausgeglichen wird die fehlende Eigeninitiative schließlich durch eine gute Auswahl an Tracks, sowie den fehlenden Alternativen zu LaFarge. Nicht viele Musiker würden heute noch diesen Stil spielen, ohne den Möglichkeiten eines Hybriden aus dem Weg zu gehen. Moderner Pop und besonders aus der elektronischen Sparte sprießen die Abänderungsmöglichkeiten nur so hervor. Die Originale lassen durch fehlenden Bezug im Text leider nur selten eine höhere Identifikation zu, was dem Album künstliche Längen gibt. Nach der vierten Geschichte über den Süden oder den Mittleren Westen ist man als moderner Mensch übersättigt.

„Pokey LaFarge“ ist ein gutes Album, wenn man sich in Stimmung für einen Boardwalk Empire Marathon bringen möchte oder eine Cocktail-Party im Retro-Stil plant und nicht wieder auf Sinatra und Konsorten zurückgreifen möchte. Von gedämpften Bläsern bis zu hawaiianisch gespielten Gitarren beglückt LaFarge mit vielen Dingen, die über einen längeren Zeitraum auch aufgrund der vielen Ruhe oft nicht so viel Eindruck machen, wie sie es wohl früher getan hätten. Daran ist allerdings nicht nur der Stil der Musik schuld, sondern auch die sehr erdige und unaufgeregte Produktion. Dieses Stilmittel kann für so manch einen Hörer aber auch nach hinten losgehen.

Anspieltipps:

  • The Devil Ain't Lazy
  • Central Time
  • Won't Cha Please Don't Do It

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