A Home. A Heart. Whatever. - Same Same - Cover
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A Home. A Heart. Whatever. Same Same


  • Label: Record Jet
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Schafft das süddeutsche Trio echtes Klanggetüftel oder bleibt es bei zielloser Soundspielerei?

Daft Punk haben mit „Giorgio Moroder“ eine wunderschöne Liebeserklärung an die Disco-Ära und den Siegeszug des Synthesizers in die Welt gebracht. Das besondere Etwas, welches man aus den Computer-generierten Tönen ziehen kann, hat aber auch heute noch erfolgreiche Bands ins Rampenlicht gerückt. Würden Muse oder auch Placebo so verehrt werden, wenn u.a. diese Bands auf allerlei synthetische Hilfsmittel zurückgreifen würden? Aktuellstes Beispiel sind die vier Soundbastler von Everything Everything, die mit ihren überbordenden Sounds die Gemüter spalten. Ahahwe, wie A Home. A Heart. Whatever. auch genannt werden, haben mit ihrem neuen Langspieler „Same Same“ ähnliches vor und trauen sich in den weiten Klangozean, der mindestens genauso viele zum Erfolg, wie zum Scheitern geführt hat.

Zu behaupten, dass die drei Männer aus dem Bundesland Bayern sich selbst mit ihren Ambitionen versenken, ist überzogen. Es wird schon zum Einstieg des Albums deutlich, dass noch nicht alle Töne sitzen und man scheinbar früh an seine künstlerischen Grenzen trifft. Doch was innerhalb dieser Grenzen passiert, funktioniert oft ganz ordentlich. Aufmunternde Arrangements mit hellen, künstlichen Percussions im Opener und „High Times“ zeigen, dass die Jungs Stimmungen gekonnt einfangen können, auch wenn die dazu geschriebenen Hymnen nicht annähernd so hymnisch wirken, wie sie sollen.

Einen kleinen Gnadenstoß verpasst sich das Trio nur selbst, wenn es die synthetischen Einschübe nicht im Rahmen halten kann. Ausschweifende und fiepende, statt klingende Einschübe in „You & I“ und auch im einfach nicht enden wollenden Titeltrack sind gewollte Kunst, die nur bedingt richtig gekonnt herüberkommt. Am stärksten sind Ahahwe weiterhin, wenn sie eine treibende Stimmung aufbauen und dies gelingt ihnen mit ihren Instrumenten weiterhin am besten. Selten berühren die Tracks auf „Same Same“ wie in „Hard On Me“, wenn Gitarren den Hörer durch romantisch hoffnungsvolle Minuten begleiten.

Meistens tönen die Ergebnisse jedoch sehr distanziert und gekünstelt aus den Boxen. „Let Go“ und das einen schlichtweg kalt lassende „Your Style, This Time“ sind stellvertretend für die Probleme, die der synthetische Ansatz dem Trio bringt. Die Lieder sind allesamt nicht schlecht produziert oder konzipiert, doch wie sich die Töne am Ende zu einem großen Ganzen zusammensetzen, will nur selten länger als die Spieldauer selbst im Gehörgang bleiben. Ahahwe haben sich scheinbar nur wenig Grenzen gesetzt und das Ergebnis ist leider ein mangelhaft fokussiertes Album, das nur selten weiß, wie es Gefühle und letztlich auch die Musik selbst ausdrücken soll.

Anspieltipps:

  • Hard On Me
  • Let Go
  • 1991

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