Daughn Gibson - Me Moan - Cover
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Daughn Gibson Me Moan


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album des verschrobenen Songwriters aus Pennsylvania.

Mit „Me Moan” legt der in Nazareth, Pennsylvania/USA, geborene Sänger und Songschreiber Josh Martin alias Daughn Gibson (32) sein erstes Album auf Sub Pop Records vor, nachdem er vor einem Jahr mit „All Hell” (03/2012) auf dem US-Indie-Label White Denim debütierte und wohlwollende Kritiken erntete. Musikalisch fiel der ehemalige Drummer der Stoner-Rock-Combo Pearls & Brass dabei zum einen durch seine Vorliebe für Samples in Kombination mit live eingespielten Instrumenten als eine Art düster-elektronischer Gegenentwurf zur klassischen Country-Musik auf und zum anderen durch seine markante Baritonstimme im Stile eines Brad Roberts (Crash Test Dummies), Adam Green oder Nick Cave.

Daran hat sich auch heuer nur wenig geändert. Allerdings präsentiert der Amerikaner auf seinem zweiten Longplayer eine deutlich poppigere Herangehensweise an seinen ursprünglichen Sound und filtriert daraus eine etwas verschroben wirkende Electro-, Country- und Blues-Mischung, für die er sich u.a. die beiden Gitarristen John Baizley (Baroness) und Jim Elkington (Brokeback) ins Studio geholt hat. Kann ja nicht schaden, auch ein paar Jungs der härteren Gangart dabei zu haben.

Daughn Gibson eröffnet sein zweites Album mit dem treibenden „The sound of law“, das wie aus einem Film-Noir-Western-Soundtrack gerissen zu sein scheint und bestimmt gut zu surrealen Bildern von Jim Jarmush oder auch Quentin Tarantino passen würde. „Phantom rider“ setzt dagegen mehr auf satte Bass-Grooves und Midtempo-Beats, während in „Mad ocean“ Dudelsäcke (!) zu einer eingängigen Hookline erklingen. Schon nach drei Stücken wird klar, dass Daughn Gibson auf größtmögliche Abwechslung aus ist und vor keinem Experiment Halt macht.

Der Longplayer ist immer dann am besten, wenn Gibson bewusst ruhige Töne anschlägt und sein Händchen für atmosphärische Songs auslebt („Franco“). Doch der Grat ist schmal, auf dem Daughn Gibson dabei wandelt. Denn zwischen begeisternd („All my days off“), einschläfernd („The pisgee nest“), gespenstisch („You don’t fade“), seicht („You won’t climb“) und peinlicher Elvis-Scharade („Kissin on the blacktop“) liegt oft nur ein kleiner Unterschied. Ein Umstand, der unfreiwillig zur Spannung auf „Me Moan“ beiträgt, aber gewiss kein besseres Album daraus macht.

Anspieltipps:

  • Franco
  • Mad ocean
  • Phantom rider
  • You don’t fade
  • The right signs

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