Muso - Stracciatella Now - Cover
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Muso Stracciatella Now


  • Label: Chimperator Productions
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Musikalische Überbrückung bis zum nächsten Casper-Album (und darüber hinaus?).

Daniel Giovanni Musumeci, der hinter dem Pseudonym Muso steckt, gelangte über seinen kleinen Heimatort nahe der Schweizer Grenze nach Heidelberg. Dort traf er auf Konstantin Gropper (Get Well Soon) und lernte den Sizarr-Produzenten Markus Ganter kennen, die seine musikalische Laufbahn prägend mitgestalten. So grundieren sie seine eindringlichen Texte, geben ihnen ein mitreißendes Fundament mit offensichtlicher Party-Attitüde, doch eindeutig tieferen Zwischentönen. „Stracciatella Now“ heißt Musos Albumdebüt und verabreicht HipHop mit Indie Rock- und Electro-Attitüde, wie er seit Marteria und Casper ordentlich Aufschwung bekommen hat.

So geht kein Weg daran vorbei, beim Hören der Scheibe fast unentwegt an die Songs des in Berlin lebenden Bielefelders zu denken. Dennoch wird man Muso nicht gerecht, ihn nur als berechnenden Trittbrettfahrer im Fahrwasser des Erfolgs zu sehen. Schon im Opener „Garmisch-Partenkirchen“ wird eine politische Komponente deutlich, ohne den Zeigefinger in unangenehme Höhen zu heben. Die Bandbreite an Sounds aus HipHop, Dance, Electro-Pop der 80er-Jahre und Breakbeats, wie sie allein in „Malibu Beach“ schon für Furore sorgen, ist ein Gewinn und hält auf Albumlänge an. Dunkel und doch antreibend hoffnungsvoll garniert Muso seinen Sprechgesang mit treibenden Beats („Sieben“) und lässt stets pathetisch poppige Streicher und Synthesizer durchdringen. So erreicht man die Massen und riskiert trotz vermeintlich freigeistiger musikalischer Herangehensweise wenig. Zu wenig, um mehr als nur ein „nettes“ Album zwischen Party-Crowd und Zweifel zu attestieren.

„Hölle Hölle“ ist im Soul zu Hause. Durchzogen von industriellen Beats beschreitet es den schmalen Grat zwischen Street-Credibility und lieblichem Zuckerguss. Damit ist es beileibe nicht allein, denn auch „Wir Lassen Uns Nicht Fallen“, das Blumfeld (!)-Cover „Eine Eigene Geschichte“ und nahezu jeder weitere Song ist eingängig, ohne Widerhaken vermissen zu lassen. Unterm Strich liefert Muso definitiv ordentlich ab, ohne zu begeistern.

Anspieltipps:

  • Malibu Beach
  • Sieben
  • Blinder Passagier
  • Eine Eigene Geschichte

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