Black Water Rising - Pissed And Driven - Cover
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Black Water Rising Pissed And Driven


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Häuserschlucht statt Kaktus – druckvoller und fetziger Stoner Rock aus New York City.

New York City ist nicht unbedingt der erste Ort, an den man denkt, wenn es um Southern- oder Stoner-Rock geht. Staubige Wüsten sind immerhin viel glaubwürdiger als urbane Landschaften. Aber mal ehrlich: Es ist eh besser, wenn man sich von einer solchen Romantik langsam verabschiedet. Immerhin kommen The Quill auch aus Schweden und niemand stört sich daran! Und auch Black Water Rising ziehen ihr Ding konsequent durch. Rob Traynor (Gesang und Gitarre), Dennis Kimak (Gitarre), Oddie McLaughlin (Bass) und Mike Meselsohn (Schlagzeug) sind allesamt alte Hasen im Geschäft und sammelten als Mitglieder in Bands wie Stereomud, Boiler Room oder Dust To Dust Erfahrung. Nach ihrem Debüt legen sie nun mit ihrem Zweitwerk „Pissed And Driven“ nach. Viel getan hat sich dabei nicht. Das Quartett aus Brooklyn bietet abermals rotzigen Stoner- vermischt mit Heavy-Rock à la Volbeat und Black Label Society.

Sie knüpfen so nahtlos an den selbstbetitelten Vorgänger aus dem Jahre 2011 an. Dass dies nicht die schlechteste Idee ist, beweisen Black Water Rising direkt im Opener „Show No Mercy“, in dem sie frisch und fröhlich drauflos legen. Wenn die Jungs Tempo machen, darf man sich auf schmutzigen Rock 'n' Roll gefasst machen, der auf der lyrischen Ebene hauptsächlich gesellschaftskritische, aber auch sehr persönliche Themen anspricht und gesanglich vom warmen Organ Rob Traynors getragen wird. „Fire It Up“, das unbeschwerte „The Allure Of Self Destruction“ und der Titeltrack schlagen in diese Kerbe. Tatsächlich zeigen Black Water Rising ihre wahren Qualitäten, wenn sie von diesem Schema abweichen und einen Gang runter schalten. Zwar machen die Up-Tempo-Nummern streng genommen auch Laune, doch sind es die vor Coolness nur strotzenden Stampfer wie „Last Man Standing“ und „Dance With The Devil“, welche klar für die Kombo sprechen. In „Along For The Ride“ und das großartige „All Gone“ mischt man sogar einen Schuss Melancholie unter, was zusammen mit lässigem Hardrock für einen interessanten Kontrast sorgt. Während dann bei „Broken Man“ ein herrlich zähflüssiger und druckvoller Stoner Rock abgezogen wird, präsentiert man das Schlusslicht „We Are The Authority“ als komplexe, beinahe schon progressive Kompilation des eigenen Sounds und zeigt alles, was sich im Repertoire befindet.

Bei einem Titel wie „Pissed And Driven“, erwartet man eigentlich, dass die Musiker eine dementsprechende Badass-Attitüde an den Tag legen. Wirklich angepisst sind Black Water Rising letzten Endes aber nur selten. Und das ist gar nicht mal so verkehrt. Sie beweisen ein Näschen für gutes Songwriting und trumpfen immer dann auf, wenn sie die Geschwindigkeit drosseln. Das erweist sich als extrem wichtig, denn wenn die vier Herren zu viel Härte an den Tag legen, neigen sie dazu, sich stellenweise zu wiederholen. Black Water Rising wissen genau, wann sie die Ketten aus fetten Riffs sprengen müssen, um Akzente zu setzen - das sorgt für eine Menge Abwechslung und macht „Pissed And Driven“ spannend. Besonders profitiert das Album dabei von einer äußerst guten Produktion. Der warme, klare, volle Sound beweist, dass eine Band wie Black Water Rising nicht zwangsläufig die Pseudo-Authentizität eines absichtlich „schmutzig“ abgemischten Klangs braucht. So mancher Kollege kann sich da ruhig mal 'ne Scheibe von abschneiden. Gut so!

Anspieltipps:

  • Last Man Standing
  • Dance With The Devil
  • Along For The Ride
  • All Gone
  • Broken Man

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