Edward Sharpe & The Magnetic Zeros - Edward Sharpe & The Magnetic Zeros - Cover
Große Ansicht

Edward Sharpe & The Magnetic Zeros Edward Sharpe & The Magnetic Zeros


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das dritte Studioalbum des kalifornischen Kollektivs mit dem Hippie-Flair.

Das ging ja schnell: Süße 15 Monate nach ihrem Zweitling „Here“ veröffentlichen Edward Sharpe & The Magnetic Zeros bereits ihr drittes Studioalbum, das sie der Einfachheit halber mit ihrem Bandnamen betitelt haben. Die zehnköpfige Truppe um den bärtigen Mastermind Alex Ebert hat es mittlerweile zu einer beachtlichen Bekanntheit gebracht, auch wenn sich das hierzulande noch nicht wirklich in der Größe ihrer Spielstätten widerspiegelt. Die deutschen Fans wird’s freuen, denn sind wir ehrlich: Edward Sharpe & The Magnetic Zeros in der ausverkauften C-Halle zu Berlin? Das würde nicht passen. Zu sehr schwebt in ihrer Musik der Hippie-Gedanke mit, ein Lagerfeuer-Feeling, eine vertraute und gemütliche Atmosphäre.

Dass dieses Gefühl auch auf „Edward Sharpe & The Magnetic Zeros“ erhalten bleibt, war abzusehen. Dementsprechend ist auch die Vorabsingle „Better Days“ wieder eine unglaubliche Hymne geworden, die es tatsächlich fast mit ihrem musikalischen Paukenschlag „Home“ vom Debüt „Up From Below“ aufnehmen kann. Durch den Einsatz in diversen Werbespots und Fernsehserien mittlerweile fest im Unterbewusstsein der Menschheit verankert, brachte dieser Song die Karriere der kalifornischen Band im Jahr 2010 mächtig in Schwung. Eine ähnliche Euphorie wird „Better Days“ wohl nicht auslösen - die Vorfreude auf „Edward Sharpe & The Magnetic Zeros“ war aber dennoch in den vergangenen Wochen immens, so dass der Longplayer im Endeffekt nur auf hohem Niveau enttäuschen konnte. Kurz gesagt: Die erste Hälfte fetzt, die zweite düdelt etwas vor sich hin.

Inspiriert vom Sound der 60er- und 70er-Jahre sowie ausgestattet mit ausreichend Instrumenten, um einen breiten und eindringlichen Sound zu erschaffen, sind Edward Sharpe & The Magnetic Zeros wieder ein paar zauberhafte Nummern geglückt: Das enthusiastische „Let’s Get High“ und das reichlich theatralische „Life Is Hard“ gehören neben dem erwähnten „Better Days“ zum Hochwertigsten, was die Band bis dato hervorgebracht hat. Da wirkt es schon fast dramatisch, dass diese musikalische Gemeinschaft um den krakeelenden, manchmal fast dylanesk nörgelnden Sänger Alex Ebert und seine Kollegin Jade Castrinos ab „In The Lion“ etwas den Faden verliert und erst mit dem teils reduzierten, teils pathetischen Track „This Life“ wieder einen qualitativen Bogen zum Anfang schlagen kann. Warum danach nicht wie auf der internationalen Version der Scheibe einfach Schluss ist, sondern stattdessen das völlig deplatziert wirkende „When You’re Young“ unbedingt noch mit drauf musste, erschließt sich nicht wirklich. Fazit: Schlechte Alben sind von Edward Sharpe & The Magnetic Zeros zwar nicht mehr zu erwarten, eine Platte auf dem Niveau ihres Erstlings aber nach jetzigem Stand leider auch nicht.

Anspieltipps:

  • Better Days
  • Let’s Get High
  • Life Is Hard
  • This Life

Neue Kritiken im Genre „Folk-Pop“
Diskutiere über „Edward Sharpe & The Magnetic Zeros“
comments powered by Disqus