Mercenary - Through Our Darkest Days - Cover
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Mercenary Through Our Darkest Days


  • Label: Noiseart Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einem dicken Bündel Melodien gegen das Vergessen.

Nach der alles andere als glanzvollen Vorstellung, die sich „107446,Metamorphosis“ (02/2011) nannte, hatte man den Glauben an eine ordentlich zupackende und mitreißende Platte der dänischen Formation Mercenary schon langsam verloren. Dermaßen uninspiriert und gelangweilt ratterten die von der Personalrochade verschonten Bandmitglieder die darauf enthaltenen neun Songs herunter, dass man sich nicht sicher war, ob während der Studioaufnahmen nicht der eine oder andere Söldner aufgrund massiver Langeweile eingenickt und vom Stuhl gekippt ist. Für den Nachfolger haben sich René Pedersen (Gesang, Bass), Jakob Molbjerg (Gitarre), Martin Buus Pedersen (Gitarre) und Morten Lowe (Schlagzeug) jedenfalls ein paar Energy Drinks in den Kühlschrank gestellt und endlich wieder ein paar handfeste Nummern geschrieben, die man auch für etwas anderes als zur Behandlung von Schlafstörungen verwenden kann.

Einen Innovationspreis verdienen Mercenary mit ihrer klar gesungenen, hochmelodischen Todesbleivariante mit gelegentlichen Grunzlauten zwar nicht, dafür dürfen sich die Fans auf einen soliden, wenn stellenweise auch arg beliebigen Liederzyklus freuen, der die dunkle Note des düsteren Coverartworks angemessen umsetzt. Aufmunternde Lichtstrahlen sind demzufolge in der Unterzahl und es regiert eine morbide Stimmung, die auf den Überfluss an gezuckerten Refrains gut hätte verzichten können und stattdessen ein paar handfeste Tempobrecher mehr, wie das in Sachen Geschwindigkeit und Durchschlagskraft nicht zu überbietende „Generation hate“, gebraucht hätte, um „Through Our Darkest Days“ über den Status eines vorsichtig um sich tastenden Wiedergutmachungswerkes zu heben.

Dafür haben Mercenary ihr Arsenal an Melodien gehörig aufgestockt und beinahe jeder Song beherbergt eine kleine Harmonie, die sich meistens auch sofort im Gehirn festzusetzen weiß. Wenn außer dem musikalisch ansprechenden Saitengezupfe aber nicht mehr passiert als Vorschrift nach Dienst, dann haben auch die schönsten Melodien keine Chance gegen unspektakuläre Ziellosigkeit („Dreamstate machine“), AOR-Blaupausen für Linkin Park-Fans der jüngeren Generation („A moment of clarity“) oder den redundanten Einsatz von Pedersens stoischem Klargesang, getarnt als ermüdende Hookline („Welcome the sickness“). Die Hinzunahme von epischen Untertönen („Through our darkest days“) und variabler Rhythmusarbeit („Beyond this night“), sowie die gelungene Symbiose aus druckvollem Gesang und technischer Raffinesse („Starving eyes“) erhöht hingegen das Vergnügen an der Erforschung der neuen Kompositionen und lässt die vorangegangene Nullnummer umso schneller vergessen.

Fazit: Unglaublich, aber wahr! Die Dänen haben sich schneller erholt als gedacht und spielen zumindest teilweise befreit auf. Von einem Meisterwerk sind die Herrschaften mit „Through our darkest days“ zwar noch weit entfernt, die Leistungskurve zeigt aber alles andere als in die verkehrte Richtung.

Anspieltipps:

  • Starving Eyes
  • Generation Hate
  • Beyond This Night
  • Through Our Darkest Days

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