Wax Idols - Discipline & Desire - Cover
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Wax Idols Discipline & Desire


  • Label: Slumberland Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach eher schwachem Beginn zeigen die Wax Idols in der zweiten Albumhälfte ihre Qualitäten auf.

Die Wax Idols begannen im Jahr 2011 als Soloprojekt von Heather Fedewa aka Hether Fortune. Sie kommt aus der San Francisco Bay Area Punkszene, war Mitglied bei Hunx & His Punx, Bare Wire und Blasted Canyons. Das erste Wax Idols-Album „No Future“ war noch nah an den Punkwurzeln, die jedoch mit ersten dunklen gotischen Elementen verquickt wurden. Es erinnerte an ein anderes, viel früher aufgenommenes namens „The Scream“ von Siouxsie & The Banshees. Inzwischen ist aus dem Soloprojekt Wax Idols eine Band geworden. Neben Fedewa (Gesang, Gitarre, Bass) sind Jen Mundy (Gitarre, Gesang), Amy Rosenoff (Bass) und Keven Tecon (Schlagzeug) mit dabei. Konzerte spielten sie bereits mit Bands wie Tamaryn, Ty Segall und The Fresh & Onlys.

Nachdem der Einstieg „Stare Back“ etwas im monotonen Lärm versinkt, folgt das als Single ausgekoppelte „Sound Of A Void“, eine mit dunklen Gitarren hallende und hämmernde Nachthymne. Etwas zugänglicher knüpfen daran „When It Happens“ und „Formulae“ an, die zwischen The Cure und Warpaint pendeln, ohne an diese wirklich heranzureichen, denn dafür fehlt ihnen noch eine ausgefeiltere Kompositionstechnik.

In „The Scent Of Love“ wird einen Gang heruntergeschaltet und dabei kommt ein atmosphärischer Dark Wave-Song im mittleren Tempo heraus. Zum ersten Mal wird auch die Stimme Hether Fortunes ins Zentrum gerückt und nicht von Gitarrenwänden, Hall und Lärm erstickt. Dies wird glücklicherweise auf „Dethrone“ fortgesetzt, überhaupt erlangt das Album nun eine gewisse Reife und Transparenz im Songwriting. Selbst das etwas gegen den Strich gebürstete und mit Feedback-Lärm daherkommende „AD RE:IAN“ weist diese Qualitäten auf. Danach wissen auch „The Cartoonist“ und vor allem „Elegua“ zu gefallen, der melodiöseste und schönste Song auf „Discipline + Desire“. Anschließend erzeugt „Stay In“ durch das synkopische Schlagzeugspiel, die wabernden Stromgitarren und Fortunes Stimme die richtige Atmosphäre. Der Hidden Track zieht dagegen wieder an den Punkwurzeln.

Schade, dass die ersten vier Songs im allzu Dunkeln und Konturlosen tappen, denn was folgt ist ein wirklich gutes Genrealbum. Die Wax Idols haben den Stellenwert von Siouxsie & The Banshees, Cocteau Twins, The Cure, Warpaint, Effi Briest oder den letztlich auftrumpfenden Savages noch nicht erreicht, aber der eingeschlagene Weg scheint der richtige zu sein.

Anspieltipps:

  • The Scent Of Love
  • Dethrone
  • Elegua
  • Stay In

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