AlunaGeorge - Body Music - Cover
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AlunaGeorge Body Music


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein gelungenes Zusammenspiel von Pop mit UK-Elektro.

Die Zusammenarbeit zwischen Aluna Francis und George Reid ist wohl am meisten dem Zufall geschuldet. Beide lernten sich bei der Arbeit an einem Remix für „Sweetheart“ kennen, einem Song von My Toys Like Me, bei dem Aluna zuvor schon für die Vocals zuständig war. Der Schritt vom experimentellen Funk von My Toys Like Me, zu dem elektrolastigen Pop von AlunaGeorge scheint der Sängerin aber kaum schwer gefallen zu sein. Schon die erste Single-Veröffentlichung „Analyser“ sowie die späteren Kollaborationen mit Rustie („After Light“) stellen sie, aber auch Georges Produktion, in einem sehr guten Licht dar.

Internationale Bestätigung seines Potentials dürfte das Duo aber spätestens durch die Zusammenarbeit mit Disclosure, damals selbst schon auf dem aufsteigenden Ast, erlangt haben. Zuvor waren AlunaGeorge in der Erfolgsprognose des BBC Sound of 2013 auf den zweiten Platz gewählt worden, einem Rang, den in den Vorjahren bereits jetzige Größen wie James Blake und Frank Ocean belegt hatten. Erst die Veröffentlichung der Single „You Know You Like It“ dürfte dem Hype einen gehörigen Dämpfer verpasst haben. Fans wurden von einem eher uninspirierten Pop-Song enttäuscht. Gerade von Georges britisch beeinflusstem Elektro war nicht mehr so viel zu spüren. „Attracting Flies“, die nächste Single-Auskopplung, konnte wieder überzeugen, es blieb allerdings ein bitterer Nachgeschmack. Somit war in der Erwartungshaltung für AlunaGeorges Debütalbum wieder alles offen.

Und so wirken schließlich die ersten beiden Tracks des Albums wie dunkle Vorboten auf den Rest. Allerdings ungerechtfertigt. Zwar ist „Outlines“ ein ziemlich generischer Soul-R&B-Hybrid, zudem auch unverhältnismäßig entschleunigt, und der zweite Track tatsächlich das berüchtigte „You Know You Like It“, trotzdem sind die beiden im Gesamtbild des Albums eher die Ausnahme. Denn weiter geht es mit „Attracting Flies“, das scheinbar auch Georges musikalischen Einstieg mit kräftigen Synthies in das Album einläuten soll. „Your Drums, Your Love“ wiederum besticht mit klackernden Beats. Nur Alunas Stimme wirkt auf dem Track seltsam langweilig, obwohl sie alles richtig zu machen scheint. Im Gegensatz zu „Kaleidoscope Love“, der auf Alunas kindlich hohe Stimme perfekt zugeschnitten ist, wirkt der vorherige Titel eben doch eher lahm. Dafür darf sich George auf „Bad Idea“ wieder austoben und schafft für Alunas Stimme ein wunderbares Bett aus allerlei Beat-Arrangements und Sound-Effekten, was den Track zum besten Zusammenspiel von Aluna und George, AlunaGeorge eben, auf diesem Album macht.

Trotz des klaren Anspruchs, ein eingängiges Album zu schaffen, das in erster Linie eben doch mehr Pop als Elektro ist, ist es immer wieder faszinierend, AlunaGeorge beim Genre-Spagat zuzuhören. In den meisten Fällen klingt der nämlich wirklich gut. „Diver“ beispielsweise schafft es, Breakbeats mit warmen Synthies zu einem ruhigen Track zu verbinden, der mit Alunas Vocals seine perfekte Geschwindigkeit findet. So in etwa geht es auf dem Album weiter. Nach einigen Startschwierigkeiten scheinen sich AlunaGeorge nach dem ersten Drittel des Albums auf einer Wellenlänge eingependelt zu haben, die die Genres, für die beide stehen, wunderbar kombinieren. Da sind dann Alunas hoher, ungewöhnlich kindlicher Pop-Gesang und Georges Produktionen, die sich an aktuellem, britischem Dubstep, House und Glitch-Hop bedienen. Ein Highlight ist schließlich auch „Body Music“, der die eben so beschriebene Harmonie wie „Bad Idea“ auf den Punkt bringt. Seltsam mutet jedoch die Entscheidung an, ein eher unpassendes Cover von Montell Jordans 90er-Jahre-Hit „This Is How We Do It“ als Closer auf das Album zu packen.

Trotzdessen, zwei eher schlechte Opener und ein ungewöhnlicher Closer wirken doch eher wie ein ungepflegter Rahmen um ein schönes Gemälde. Sie trüben das Gesamtbild, lassen sich aber gegenüber dem restlichen Inhalt sehr leicht ausblenden. Es handelt sich um eine abwechslungsreiche, gut produzierte Mischung aus schönem Pop und originellem Elektro.

Anspieltipps:

  • Kaleidoscope Love
  • Bad Idea
  • Lost & Found
  • Body Music

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