Mega! Mega! - Behalt Die Nerven - Cover
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Mega! Mega! Behalt Die Nerven


  • Label: Downbeat/WEA
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Arctic Monkeys mit deutschen Texten. Der Kraftklub bekommt Konkurrenz!

Mit der Wahl-Berliner Newcomer-Band Mega! Mega! präsentiert die deutsche Indie-Rockszene endlich mal wieder einen Act, der ein gewisses Hype-Potenzial mitbringt und das Genre mit plakativen Texten und Riffs im Kraftklub-Stil sowie mit hypernervöser Rockmusik, wie sie zuletzt auf dem Debütalbum der Arctic Monkeys zu hören war, aufrütteln könnte. Dass Antonio Tumminelli (Gesang), Peter Weiler (Gitarre), Daniel Welsch (Bass) und Cornelius Lay (Drums) damit aber auch die Hörerschaft in zwei Lager aus Lovern und Hatern aufspalten könnten, liegt ebenso auf der Hand.

Das Dutzend Songs auf „Behalt die Nerven“ ist ein schier rastloses Feuerwerk, das in weniger als 40 Minuten abgebrannt wird. Mega! Mega! überrollen den Hörer dabei förmlich mit ihrer rohen Energie, bombardieren ihn mit hippen Parolen und fluffigen Hooklines, die sich sofort ins Ohr drängen. Da kommt natürlich der Verdacht auf, dass hier ein bisschen nachgeholfen wurde. Denn wer wie Mega! Mega! bereits mit seinem Debütalbum auf einem Majorlabel landet, muss wohl so unverschämt eingängig und angriffslustig klingen und wird sich vermutlich im Studio von Leuten unter die Arme greifen lassen haben, die ihr Händchen für catchy Tunes schon mehrfach bei Künstlern feilgeboten haben, die ein Auge auf die Charts geworfen haben.

Dass der aufgeregte Sound von Mega! Mega! eigentlich ein ganz schön alter Hut ist (das Debütalbum der Arctic Monkeys ist immerhin sieben Jahre alt und die Nachmacher Kraftklub waren mit ihrem Album schon im Januar 2012 am Start), verwundert in der Tat ein wenig. Denn nichts ist so abgestanden, wie ein vergangener Hype. Dennoch will das Quartett, das aus der Provinz von Rheinland-Pfalz in die Großstadt kam, genau damit einen Fuß in die Tür bekommen. Mit der Konsequenz, die Mega! Mega! auf „Behalt die Nerven“ an den Tag legen, könnte dies sogar klappen. Denn die Band zieht ihr „Arctic Monkeys mit deutschen Texten“-Ding ohne Rücksicht auf Verluste und ohne überflüssige Experimente durch. Dem gebührt Respekt, auch wenn die 12 Songs des vorliegenden Albums auf Dauer von einem gewissen Nerv-Faktor umgeben sind.

Anspieltipps:

  • Strobo
  • Pro Anti
  • Lieutenant Pumpe
  • Es kann nur besser werden

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