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Newsted Heavy Metal Music


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Jason Newsted. Heavy Metal Music. Noch Fragen?

Jason Newsted (50), der ehemalige Bassist von Flotsam And Jetsam (1981-1986), Metallica (1986-2001) und Voivod (2002-2009), hat nach seinen kurzlebigen Projekten mit den Bands Echobrain und Papa Wheelie ein neues Baby am Start! Zusammen mit Jesus Mendez Jr. (Drums), Mike Mushok (Gitarre) und Jessie Farnsworth (Gitarre) gegründete er die Band Newsted, die nun mit ihrem ersten Longplayer „Heavy Metal Music“ debütiert. Plakativer ging es wohl nimmer, aber so weiß immerhin jeder auf Anhieb, worum es hier geht: Jason Newsted und Heavy Metal. Punkt.

Mit der am Anfang dieses Jahres zuerst nur digital auf den Markt gebrachten 4-Track-EP („Metal“) wurde deutlich, dass Jason Newsted erstmals eine Band zusammengestellt hatte, die es auf der stilistischen Seite mit seinen ehemaligen Arbeitgebern aufnehmen kann. Also kein verkappter Metal-Punkrock à la Papa Wheelie und kein anstrengender Jazz-Metal à la Echobrain mehr, sondern klassischer Heavy Metal mit Speed-, Thrash- und Prog-Einflüssen.

Neben seinem Posten als Bassist und Texter übernahm Newsted auch das Mikrophon. Der 50-Jährige ist zwar nicht gerade als begnadeter Sänger bekannt, aber mit seinem rauen Organ und einer herrlich angepissten Attitüde, passen Stimme und Musik perfekt zusammen. Zudem dürfte die sehr basslastig abgemischte Produktion ein kleiner Gruß an Newsteds alte Spezies von Metallica sein, die „den Neuen in der Band“ zum Teil bis zur Unkenntlichkeit aus dem Gesamtsound herausgemischt haben.

Die Deluxe Edition von „Heavy Metal Music“ ist mit allen vier Stücken der „Metal EP“ und über 70 Minuten Spielzeit ein ganz schöner Brocken, den es sich zu erarbeiten gilt. Denn Newsted und Co. setzen zumeist auf ausladende, verschachtelte Songstrukturen und Einflüsse, die von Metallica („King of the underdogs“), Voivod („Heroic dose“) und Motörhead („Long time dead“) bis hin zu Black Sabbath („Ampossible“, „Nocturnus“, „Godsnake“) und Megadeth („Soldierhead“) reichen. Keine Frage, dass der Albumtitel deshalb wie Arsch auf Eimer passt!

Schon mit dem eröffnenden Riffgewitter von „Heroic dose“ nimmt das Quartett Kurs auf den Metal (und auch Hardrock) der späten 70er und frühen 80er Jahre, lässt aber durchaus ein Fenster in die Gegenwart offenstehen. Als modern kann „Heavy Metal Music“ trotzdem nicht bezeichnet werden. So veredelte z.B. der als letzter zur Band gestoßene Mike Mushok (Staind) Newsteds Songideen mit vielen coolen Gitarrensoli, die sich heute niemand mehr zu spielen traut, während Jessie Farnsworth zusammen mit Jason Newsted in aller Regel in sehr tiefen Tonregionen den Rhythmus bestimmt.

Allein daraus ergibt sich, dass „Heavy Metal Music“ zwar eine sehr dichte, aber keine Hochglanzproduktion darstellt. Das ruft Erinnerungen an Metallicas „Death Magnetic“ (09/2008) wach, das Newsted nicht toppen können, weil ihnen dazu einfach zwei, drei singletaugliche Monolithen fehlen. Dennoch macht dieser opulent geratene Ausritt in die verschiedensten Arten des Heavy Metal über weite Strecken richtig Laune und Appetit auf mehr aus dem Hause Newsted.

Anspieltipps:

  • Nocturnus
  • Spiderbiter
  • Ampossible
  • Soldierhead
  • Long time dead
  • Twisted tail of the comet

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